Hohe Schäden bei Veranstaltern und Vertrieb

DRV-Hauptgeschäftsführer Hans-Gustav Koch fordert Unterstützung von der Politik
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DRV-Hauptgeschäftsführer Hans-Gustav Koch fordert Unterstützung von der Politik

Das Flugverbot der vergangenen Woche hat bei Veranstaltern und Reisemittlern einen Schaden von rund 110 Mill. Euro verursacht, hat der Deutsche Reiseverband (DRV) ermittelt.

Klaus Hildebrandt

Die durch die Flugverbote ausgelösten Absagen von Reisen habe laut DRV "Reiseveranstaltern und Reisemittlern zu massiven Umsatzeinbußen“ – zum Beispiel durch entgangenes Geschäft – geführt. "Die Reisebranche benötigt daher schnelle und unbürokratische Hilfe und Unterstützung von der Politik", fordert Hauptgeschäftsführer Hans-Gustav Koch. Der Dialog zwischen der Reisebranche und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sei bereits aufgenommen.

"Hierbei geht es allerdings nicht um eine Kompensation für die Leistungen, die Veranstalter ihren in den Urlaubszielen gestrandeten Kunden aus Kulanz gewährt haben, sondern um die konkreten Umsatzausfälle durch Reiseabsagen", betont Koch. Zahlreiche Veranstalter hatten über ihre gesetzlichen Verpflichtungen hinaus Mehrkosten für Übernachtungen teilweise übernommen. Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass Reisende bei einer Reiseabsage wegen höherer Gewalt mit einer Eigenbeteiligung rechnen müssen.

Neben den Veranstaltern und Reisebüros fordern die Airlines Hilfen. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hat bereits erklärt, den Airlines helfen zu wollen. Nach der starken Erholung bei den Verkehrszahlen im März – laut dem Luftverkehrsverband Iata stieg die Passagier-Nachfrage im internationalen Luftverkehr gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,3 Prozent – wird im April als Folge der sechstägigen Schließung eines Großteils des europäischen Luftraums ein Rückgang erwartet.

"Die Krise um die Vulkanasche hat den schwächsten Teil der Branche am härtesten getroffen", sagt Generaldirektor Giovanni Bisignani. Der Großteil der 1,7 Mrd. US-Dollar Verlust gehe auf das Konto europäischer Fluggesellschaften. Doch gleichzeitig macht Bisignani der Branche Mut: "Die Krise hat keine Auswirkungen auf das Vertrauen der Passagiere und wir erwarten eine rasche Erholung."

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