Großer Reisebüro-Deal in Großbritannien

Thomas Cook UK und die britische Kooperation The Co-operative Group fusionieren ihre Reisebüros. Mit 1200 Vertriebsstellen entsteht das größte Netz des Landes.

Klaus Hildebrandt

In dem Gemeinschaftsunternehmen bündeln die beiden Partner auch ihr Geschäft mit dem Geldwechsel. Nicht inkludiert wird der Online-Vertrieb von Thomas Cook. Die Website Thomascook.com soll nicht nur in Großbritannien, sondern europaweit stark ausgebaut werden.

Für die Gründung des neuen Vertriebsunternehmens fließt kein Geld zwischen den Partnern. Beide Partner erhoffen sich aber Synergien in Höhe von 35 Mill. Pfund durch die Zusammenlegung der Zentralen und die Bündelung der Kräfte. Außerdem will Thomas Cook den Anteil des kontrollierten Vertriebs so von 69 auf 80 Prozent steigern. Dadurch wird im Veranstaltergeschäft eine Ergebniswirkung von zehn Millionen Pfund erwartet.

Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla wird Chairman des neuen Vertriebsunternehmens, als CEO fungiert Ian Derbyshire, der in Personalunion das britische Veranstaltergeschäft von Thomas Cook leitet. „Diese Transaktion ist eine hervorragende Gelegenheit, das britische Vertriebsgeschäft zu konsolidieren“, sagt Fontenla-Novoa. Das Joint-Venture schaffe den größten Reisevertrieb in Großbritannien und den zweitgrößten Anbieter im Geldwechselgeschäft. Zusammen mit den angekündigten Kostensenkungen im Veranstaltergeschäft sei Thomas Cook für den Fall gerüstet, dass das Marktumfeld in Großbritannien schwach bleibe.

Der Deal soll bis Dezember abgeschlossen werden. Die Thomas-Cook-Büros werden auch weiterhin unter dem Traditionsnamen auftreten. Die 2007 durch die Übernahme von Airtours hinzugekommenen Filialen der Marke Going Places werden aber künftig unter dem Namen der Co-operative Group betrieben. Die Genossenschaft betreibt in Großbritannien über 5000 Läden und Supermärkte, vor allem im Lebensmittelsektor.

Das neue Gemeinschaftsunternehmen mit Thomas Cook soll noch weitere Mitglieder aufnehmen. So ist geplant, dass die Midlands Co-operative mit weiteren 103 Reisebüros demnächst beitritt. Durch die Verbindung mit den genossenschaftlichen Reisebüros überflügelt Thomas Cook das stationäre Vertriebsnetz von TUI UK. Gleichzeitig aber gewinnen die Konzerne, ähnlich wie im Veranstaltergeschäft, einen höheren Einfluss bei den mittelständisch geprägten Reisebüro-Kooperationen.

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