Großer Aufgalopp für Air Berlin

AB-Chef Joachim Hunold
Stelling
AB-Chef Joachim Hunold

British Airways wird Air Berlin als Mentor in der Vorbereitungsphase zum Beitritt zu Oneworld begleiten. "Diese Allianz passt am besten zu uns", sagte AB-Chef Joachim Hunold in Berlin.

Georg Jegminat

"Wir haben gemeinsame Vorstellungen und Visionen", hob Walsh die strategischen Übereinstimmungen zwischen den Managern hervor. Hunold: "Als wir uns mit den CEO der Oneworld-Partner im Juni hier in der Berlin trafen, war sofort zu spüren, dass wir als gleichwertiger Partner behandelt wurden." Unter den CEOs herrsche Vertrauen und Freundschaft.

Kern der Zusammenarbeit ist allerdings das harte Geschäft. Air Berlin ergänzt das Streckennetz der Allianz um einen starken Zugang zum wichtigen deutschen Markt. Walsh: "Deutschland ist die größte Wirtschaftsnation in Europa mit starkem Export und Import. Wir können gemeinsam das Land mit der Welt verbinden." Er verwies zudem auf die bevorstehende Eröffnung des Hauptstadtflughafens BBI, der offenkundig zu einem Standort für Oneworld entwickelt werden soll.

Tom Horton, vor zwei Wochen zum President American Airlines ernannt, hob hervor, dass der Transatlantik-Verkehr von größter Bedeutung ist und Air Berlin wie American voneinander profitieren werden. Hunold betonte, dass er großen Kunden versprochen habe, einen Partner in Nordamerika zu finden, um bessere Flugangebote und mehr Ziele bieten zu können. "Nun ist er da: American", sagte Hunold sichtlich erfreut und verwies auf eine geschichtliche Anekdote. Das erste Flugzeug kaufte Air Berlin nach der Gründung im Jahr 1979 von der US-Fluggesellschaft TWA. Die wiederum wurde zehn Jahre später von American übernommen.

Air Berlin wird bereits zum Winterflugplan Codeshare-Flüge mit American starten. "Wir werden unsere Drehkreuze miteinander verbinden", erläuterte Hunold. Zeitgleich starten auch das Codesharing mit dem europäischen Partner Finnair, das nicht nur Europa-Flüge, sondern auch Asien-Flüge im Fokus hat.

Oneworld hat derzeit 14 Mitglieder. Vor dem Beitritt steht die russische S7, die indische Kingfisher und nun Air Berlin. Die Oneworld-Partner haben im Jahr 2009 mehr als 90 Mrd. US-Dollar umgesetzt. "Die drei großen Allianzen zusammen wickeln Zweidrittel des Weltluftverkehrs ab und können gemeinsam bessere Leistungen für die Kunden anbieten als jeder einzelne", erklärte John McCulloch, Managing Partner von Oneworld.

Sein Bündnis lege mehr Wert auf Klasse denn auf Masse, so McCulloch. Mit diesem Statement grenzt sich Oneworld von der größeren Star Allianz ab, zu deren führenden Mitgliedern Lufthansa zählt.

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