Gewinnanstieg dank Sparprogramm

Konzernchef Erich Sixt
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Konzernchef Erich Sixt

Deutschlands größter Autovermieter schreibt trotz Krise überraschend gute Zahlen. Der von Erich Sixt geführte Konzern wies einen Gewinnanstieg von 8,6 Prozent auf 23 Mill. Euro aus.

Rita Münck

Weil Sixt seit Anfang des Jahres daran arbeitet, die Flotte zu verkleinern und neue Autos nicht mehr kauft sondern least, ist der Gesamtumsatz des Vermieters zwischen Juli und September allerdings um 11,3 Prozent auf 426,8 Mill. Euro geschrumpft.

Erich Sixt zeigte sich dennoch äußerst zufrieden: Mit dem Gewinn im dritten Quartal ist dem Konzern auf Neunmonatsbasis der Sprung zurück in die schwarzen Zahlen gelungen. Immerhin 600.000 Euro stehen nach Abzug von Steuern per Ende September in der Bilanz. Ursache waren, niedrigere Kosten durch eine kleinere Vermietflotte sowie weitere Einsparungen.

"Sixt ist auf einem wirklich guten Weg zurück zu alter Stärke", fasst der Konzernlenker selbst die Lage zusammen und begründet das mit einem rigorosen Sparkurs. Besonders den größten Kostenblock, die Flotte, hat Sixt reduziert. Aktuell sind laut Sixt 69.100 Autos im Bestand, was einem Minus von vier Prozent entspricht.

Profitiert hat der Dienstleister auch von einer Preiserhöhung. Sixt hatte angekündigt, die Autos um bis zu zehn Prozent für Geschäftsreisende und um bis zu fünf Prozent für Privatleute zu verteuern. Noch sei das Ziel nicht erreicht, eine Preissteigerung aber sei erfolgt. "Unser Umsatz pro Tag ist heute höher als noch im Frühjahr", so der Vorstandschef, der aus wettbewerbstechnischen Gründen keine genaueren Zahlen nennen wollte.

Für 2009 geht Sixt nun aber von einem positiven Ergebnis aus und hält an seiner bisherigen Prognose fest. Auch 2010 will der Vermieter schwarze Zahlen schreiben. Eine genauere Prognose traute sich Erich Sixt allerdings aufgrund der unsicheren Marktlage nicht zu.

Große Pläne hat Sixt 2010 offenbar für Spanien. Dort schaue er sich seit längerem nach örtlichen Vermietern um, die er in den Sixt-Konzern aufnehmen möchte. Vor allem preislich dürften die Anbieter dort für den deutschen Branchenprimus interessant sein. Die Anbieter in Spanien haben stärker als andernorts unter der Finanzkrise gelitten. Grund: Ihre Eigenkapital-Quote ist in der Regel gering, Geld für die ohnehin knapp gewordenen, neuen Autos daher so gut wie nicht vorhanden.

Sixt steht da mit 475 Mill. Euro Cash und einer Eigenkapital-Quote von 23,7 Prozent vergleichsweise gut da. Zudem hat der Vermieter gerade eine 300-Mill.-Euro-Anleihe erfolgreich am Markt platzieren können, so dass der neue  Finanzvorstand Julian zu Putlitz freudig auf 2010 blickt: "Unser Refinanzierungsbedarf für 2010 ist damit bereits gedeckt."

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