Firmenkunden-Geschäft steigt rasant

Air-Berlin-Chef Joachim Hunold
Christian Stelling
Air-Berlin-Chef Joachim Hunold

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft steigt in der Gunst der Geschäftsreisenden. Wie Vorstandschef Joachim Hunold auf dem fvw Kongress in Köln erklärt, ist die Zahl der Firmenverträge im ersten Halbjahr 2010 um 17 Prozent gestiegen.

"Ein gutes Produkt ist immer noch ein Argument, das merken wir besonders bei unseren Corporate-Kunden. Da erzielen wir gute Wachstumsraten", urteilt Hunold. Seine Airline dürfte künftig noch attraktiver werden. Denn bereits am 1. November nimmt Air Berlin Code-Share-Flüge mit American Airlines (AA) und Finnair auf. "Die Code-Share-Verhandlungen mit der spanischen Iberia sind aufgenommen", verkündet Hunold in Köln.

Ziel von Air Berlin ist es ja, der Luftfahrt-Allianz Oneworld, zu der auch AA, Finnair und Iberia gehören, beizutreten. Bis zu Vollmitgliedschaft ist allerdings noch einiges zu tun: "Das ist ein langer Prozess", bestätigt Hunold.

Besonders im EDV-Bereich muss Air Berlin, die bislang wegen ihres Hybrid-Modells auf ein eigenes System setzen, Anpassungen vornehmen. Air Berlin sei allerdings voll im Zeitplan, versichert der CEO. Hunold freut sich aber schon jetzt auf die Vollmitgliedschaft. "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich dadurch innerhalb Europas einige Gewichte im Flugverkehr verschieben könnten."

Trotz Oneworld-Ambitionen werde Air Berlin aber an der Einklassen-Konfiguration innerhalb Europas festhalten. Auf den Langstrecken-Verbindungen muss eine Anpassung an die Produkte der anderen Oneworld-Carrier passieren. Die warten dort mit luxuriösen Sitzen und opulenten Menüs auf. "Unser Langstrecken-Produkt ist heute noch stark touristisch ausgeprägt, wird aber mit Ausblick auf Oneworld ein anderes Gesicht bekommen", verspricht Hunold.

Der Airline-Chef rechnet in diesem Jahr mit gut 34 Mill. Passagieren. Trotz Einbußen aufgrund von Aschewolke und hartem Winter hält Hunold an seiner Prognose für 2010 fest: Er will das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr auf jeden Fall steigern.

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