Europcar mischt bei Carsharing mit

Europcar-Chef Roland Keppler
PR
Europcar-Chef Roland Keppler

Europas größter Autovermieter Europcar, in Deutschland gemanagt von Roland Keppler, kooperiert mit der Daimler-Tochter "Car2go" und schickt künftig Leih-Smarts durch Hamburg. Weitere Städte sollen folgen.

Rita Münck

Das Europcar dabei ist, verwundert nicht weiter: Europcar-Deutschland-Chef Keppler hat seit längerem junge Großstädter im Visier. Er ist davon überzeugt, dass deren Interesse am eigenen Auto sinkt. Erst vor wenigen Wochen hat er aus diesem Grund eine Europcar-Stationen mitten im Hamburger In-Viertel St. Pauli eröffnet.

Gemeinsam mit "Car2go" kommt Europcar den Bedürfnissen der Städter nun noch einen Schritt entgegen. Das von Daimler entwickelte Carsharing-Projekt arbeitet bislang allerdings ausschließlich mit Smarts. Sie parken irgendwo im Stadtgebiet und können gegen eine Nutzungsgebühr via Handy oder Internet entliehen werden. Registrierte Kunden öffnen den Wagen mit einem auf den Führerschein geklebten Chip, pro Minute kostet die Fahrt 19 Cent. Danach stellt der Kunde das Auto an einer beliebigen Stelle im Stadtgebiet ab. Mehr als 15 Prozent der Ulmer Führerschein-Inhaber sind inzwischen "Car2Go"-Kunden – das Projekt habe Daimlers Erwartungen deutlich übertroffen, heißt es.

Laut "FTD" wollen Daimler und Europcar nun gemeinsame Ländergesellschaften gründen und das Projekt folglich nicht nur auf Hamburg beschränken. Seit Einführung hat "Car2Go" laut Daimler 350.000 Mietvorgänge mit einer Dauer zwischen 30 und 60 Minuten verzeichnet. Mit dieser Erfahrung im Rücken hat sich Daimler vor kurzem für das größte europäische Carsharing-Projekt Autolib beworben. Dabei sollen ab September 2011 etwa 3000 Elektroautos an 1000 Auflade-Stationen in und um Paris bereit stehen.

Die Daimler-Tochter will aber auch andernorts schnell expandieren. Das kanadische Vancouver soll als nächste "Car2go"-Metropole folgen.

In Deutschland ist Carsharing noch ein Nischenmarkt: Gerade einmal 170.000 Kunden setzen auf das Autoteilen. Doch das Wachstumspotenzial ist gewaltig: Einer Studie des Marktforschungsunternehmens Frost & Sullivan zufolge dürfte sich die Zahl der Autoteiler bis 2016 auf 1,2 Millionen erhöhen.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

Fachmedien und Mittelstand Digital Logo
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
stats