EU droht mit Flugverbot

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Die EU-Kommission macht Druck auf alle Umweltsünder: Alle internationalen Fluggesellschaften, die nach Europa fliegen, sich ab 2012 aber nicht am geplanten EU-Emissionshandel beteiligen wollen, sollen Flugverbot erhalten.

Fakt ist: Alle Fluggesellschaften aus Europa und Drittstaaten müssen sich ab 2012 zum Handel mit Verschmutzungsrechten verpflichten. Das sieht eine EU-Richtlinie vor. Bei ihren Flügen in und nach Europa dürfen sie dann nur noch so viel CO2 ausstoßen, wie ihnen Kohlendioxyd-Zertifikate zur Verfügung stehen. 85 Prozent der Rechte sind kostenlos, für 15 Prozent ihrer Abgase müssen sie die Zertifikate in Auktionen kaufen. Fernflüge könnten sich dadurch für die Kunden um bis zu 40 Prozent verteuern.

Die Richtlinie ist nicht nur innerhalb Europas auf Kritik gestoßen. Auch im Ausland gibt es Widerstand. Mehrere amerikanische, asiatische und afrikanische Airlines klagen gegen das Vorhaben der EU. Ob es tatsächlich zu einem Flugverbot ausländischer Carrier kommen würde, darf bezweifelt werden. Branchenexperten zufolge sei das erst einmal nur eine Drohung der EU.

Ende September findet die Generalversammlung der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (Icao) statt. Einige Drittländer, wie die USA, wollen eine Resolution verabschieden, woraus deutlich hervorgehen soll, dass Emissionshandelssysteme nur im gegenseitigen Einvernehmen angewendet werden dürfen. Die EU-Kommission nimmt als Vertreterin der Europäischen Union an den Verhandlungen teil.

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