Emirates muss teurer sein als Lufthansa

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Stichprobenartig überwacht das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) das Verbot einer Preisführerschaft von Nicht-EU-Carriern in Deutschland. Nun ist Emirates erwischt und zu Preiserhöhunhgen verdonnert worden.

Rita Münck

"Ich muss Sie um Verständnis bitten, dass Emirates wie auch andere Nicht-EU-Luftfahrtunternehmen keine Preisführerschaft auf den genannten Relationen ex Deutschland wahrnehmen können", teilte der Präsident des BAG Andreas Marquardt Anfang der Woche dem Politik-Chef von Emirates, Andrew J. Parker, in einem fvw.de vorliegenden Schreiben mit.

Das war bei Emirates offenbar im Sommer der Fall. Damals hatte die Fluggesellschaft auf der Route Frankfurt–Johannesburg via Dubai einen Business-Class-Tarif von 2250 Euro verlangt. Zwischen Hamburg und Singapur konnten Fluggäste bereits für 2774 Euro vorn mitfliegen, was dem BAG im Vergleich zu den Tarifen von EU-Carriern zu niedrig erschienen war. Es kam zur Abmahnung, woraufhin Emirates die Preise um bis zu 20 Prozent erhöhte.

Während die konkreten Fälle längst abgeschlossen sind, geht das politische Ränkespiel weiter. Emirates-Mann Parker empört sich darüber, das von den acht EU-Ländern, die der Golfstaaten-Carrier anfliegt, lediglich Deutschland derart eingrenzende Bestimmungen hat: "Das ist eine Regel aus der Steinzeit", kommentiert Parker.

Profiteur der Emirates-Abmahnung dürfte unter anderem die Lufthansa sein, die nonstop  Richtung Johannesburg und Singapore unterwegs ist. Eine Preisführerschaft beanspruchen dürfte aber auch Singapore Airlines auf den Routen nach Singapur sowie South African Airways auf der Johannesburg-Strecke.

Wie Volker Greiner, Vertriebschef von Emirates in Deutschland, bestätigt, hat Emirates den Fall bereits vor die EU-Kommission gebracht. Diese befasse sich nun mit dem Thema. Zudem befinde sich Emirates im Kontakt mit dem Bundesverkehrsministerium. "Unser Ziel ist eine freie Preisbildung: Wir wollen unsere Preise wie jede andere Airline uneingeschränkt nach oben und unten verändern dürfen", lautet Greiners Forderung. Ein Carrier wie Emirates, der stets über Dubai fliegt – also längere Flugzeiten hat –, müsse auf den Preis-Wettbewerb der Nonstop-Carrier reagieren dürfen.

Ein Ministeriumssprecher erklärt dazu, dass sich das Ministerium in Kontakt mit Emirates befinde und dem Unternehmen ein Gespräch nicht verwehre. Die Lufthansa und auch Singapore Airlines (SIA) betonten indes, nichts mit dem Fall zu tun zu haben: Lufthansa habe sich weder beschwert noch die Untersuchung ins Rollen gebracht.  Bei SIA reagierte man ähnlich: "Unsere Aufgabe ist es nicht die Preise anderer zu kontrollieren, sondern zu verkaufen", hieß es im Deutschland-Büro.

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