Die Krise schlägt brutal durch

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In der Zwischenbilanz von Austrian Airlines (AUA) wimmelt es vor Minuszahlen. Der Vorstand sieht zwar einen kleinen Silberstreifen am Horizont, macht sich aber keine Illusionen: "Die Krise schlägt brutal durch."

Für die Feierlichkeiten der Star Alliance zum Beitritt von Continental Airlines hatten die AUA-Vorstände Peter Malanik und Andreas Bierwirth keine Zeit. Für sie hat die Sicherung der AUA-Zukunft Vorrang.

Diese Sondereffekte haben es jedoch in sich. So wurden die Flugzeuge im Wert berichtigt. Das schlägt in der Neun-Monatsbilanz mit minus 76,1 Mill. Euro zu Buch. Außerdem erwartet der Vorstand Restrukturierungskosten in Höhe von 115,5 Mill. Euro. Darunter fallen beispielsweise Abfindungen für Mitarbeiter. Denn AUA will 1500 von 7500 Vollzeit-Arbeitsstellen (minus 20 Prozent) abbauen. Unter dem Strich bleibt für die drei ersten Quartale 2009 ein Verlust von 242,3 Mill. Euro.

Dazu hat der um 21,1 Prozent abgestürzte Umsatz (1,4 Mrd. Euro) beigetragen. Die Flugzeuge der AUA-Gruppe beförderten 7,6 Mill. Fluggäste (minus 12,8 Prozent). Im dritten Quartal wurden drei Jets der A-320-Familie und drei Bombardier CRJ-200 vorübergehend stillgelegt, um Kapazitäten aus dem Markt zu nehmen.

Die Sanierung der AUA-Gruppe steht auf drei Säulen: Erstens werden neben der Pflege bestimmter Nischenmärkte größere Flugzeuge verstärkt auf Volumensmärkte in Ost- und Westeuropa eingesetzt. Für diesen Strategiewechsel erntete die AUA bei den Star-Partnern in New York allgemeines Kopfnicken. Zweitens werden die Kosten "massiv gesenkt". Drittens sollen Synergien mit den Schwesterfluggesellschaften im Lufthansa-Verbund gehoben werden. Die Vertriebsorganisationen werden zusammengeführt und Einkaufsvorteile der Lufthansa genutzt.

Das Ziel für das kommende Jahr lautet, zumindest einen positiven Cash-flow zu erwirtschaften. Mit der Kennzahl Cash-flow wird ermittelt, wie die Investitionen erwirtschaftet und das bilanzierte Vermögen erhalten werden können. Malanik und Bierwirth steht also noch viel Krisenbewältigung bevor.

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