"Der Markt für einen A-380 ist da"

München macht derzeit Schlagzeilen als Bewerberstadt für die Olympischen Spiele 2018 und seit dieser Woche auch als Namensgeber für einen A-380 der Lufthansa. Was sich Flughafen-Chef Michael Kerkloh davon verspricht.

Das Interview führte Rita Münck

fvw: Seit Mittwoch gibt es einen Airbus A-380 der Lufthansa mit dem Namen München. Mit welchen Erwartungen verbinden Sie das?

Michael Kerkloh: Der A-380 steht ja bekanntlich für Zukunft. Und das hat er ganz klar mit dem Flughafen München gemeinsam. Die Partnerschaft mit der Lufthansa ist ja eine strategische, und daher ist es meiner Meinung nach ganz natürlich, das der zweite Jet unseres Partners diesen Namen bekommen hat.

fvw: Im Rahmen der Flugzeugtaufe haben Sie den Wunsch geäußert, künftig auch einen A-380 im Liniendienst ab München fliegen zu sehen. Wann könnte das soweit sein?

Kerkloh: Das hängt von den künftigen A-380-Bestellungen der Lufthansa ab. Erst einmal braucht sie natürlich schon eine gewissen Menge an Flugzeugen von dem Typ, um aus dem Drehkreuz Frankfurt heraus fliegen zu können. Die ersten zehn A-380 werden auf jeden Fall in Frankfurt stationiert. Dann gucken wir mal weiter. Auch in München haben wir mittlerweile ein sehr gutes Streckennetz bezogen auf Europa, und wir entwickeln uns sehr gut auf der Langstrecke. So dass es ein natürlicher Endpunkt der Entwicklung wäre, auch den A-380 irgendwann ab München fliegen zu lassen.

fvw: Könnte A-380-Großbesteller Emirates der Lufthansa noch zuvor kommen?

Kerkloh: Ja, das ist durchaus denkbar. Der Markt dafür wäre auf jeden Fall da – besonders bezogen auf Passagiere, die weiter Richtung Osten fliegen wollen.

fvw: Wie sieht insgesamt Ihre Prognose für den Flughafen München aus?

Kerkloh: Es geht derzeit deutlich aufwärts. Das, was die generellen Wirtschaftsdaten an Aufschwung widerspiegeln, kommt bei uns hier am Airport doppelt so stark an. Es ist daher nicht unrealistisch, das wir Ende 2010 bezogen auf die Passagierzahlen besser dastehen werden, als im bisherigen Rekordjahr 2008. Wir peilen die 34-Millionen-Marke an.

fvw: In dieser Woche hat ja auch Ihr Kunde Air Berlin mit einer Nachricht positive Signale gesendet. Die Airline will der Oneworld beitreten. Was bedeutet das für München?

Kerkloh: Das ist ein Prozess des Erwachsenwerdens bei der Airline. Davon kann auch der Standort München profitieren. Wir haben ja ein sehr leistungsstarkes Terminal 1, das schon jetzt die Oneworld-Carrier vereint. Air Berlin hat ein sehr gutes Streckennetz von München aus und das würde natürlich durch die Allianz weiter gestärkt – und vielleicht auch in interessanten neuen Langstreckenverbindungen münden.

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