Debus krempelt Palma-Strecken um

Air-Berlin-Vorstand Christoph Debus revolutioniert die Spanien-Dienste.
Manuel Hauptmannl
Air-Berlin-Vorstand Christoph Debus revolutioniert die Spanien-Dienste.

Air Berlin stellt wesentliche Teile ihres Streckennetzes um. Es wird europäischer, so Vorstand Christoph Debus.

Georg Jegminat

Einen Teil des Wachstums hat Air Berlin schon sicher durch die Übernahme der City-Strecken von TUIfly. Dadurch hat die Airline insbesondere ihre Präsenz im italienischen Markt erweitert. "Wir planen sogar italienische und spanische Metropolen miteinander zu verbinden", berichtet Debus.

Das spanische Festland rückt in den Fokus von Air Berlin. Bisher bot die Airline Geschäftsreisenden lediglich Verbindungen über Palma auf das Festland an. "Das waren natürlich keine optimalen Flugzeiten für diese Kundengruppe." Zukünftig dreht Air Berlin den Flugablauf um.

Morgens werden die Jets aus deutschen Metropolen zu spanischen Städten auf dem Festland fliegen. Erst dann geht es weiter zum Hub Palma. Abends fliegen die Jets in umgekehrter Richtung von Palma auf das spanische Festland und zurück nach Deutschland. "So bekommen wir optimale Tagesrandverbindungen hin." Für die Mallorca-Urlauber dürften die Reisen mit Zwischenlandung nun etwas länger dauern.

Außerdem bekräftigt Debus, dass er den neuen Hauptstadtflughafen BBI zu einem Europa-Drehkreuz ausbauen wird. "Wir werden Nord- mit Südeuropa und Ost- mit Westeuropa verbinden." Dafür würden beispielsweise auch Jets in Moskau stationiert. Einige Vorbereitungen mit neuen Strecken und mit Streckenrechten sowohl in Nord- wie in Osteuropa hat die Airline bereits getroffen. Aber mit dem Start von BBI im Herbst 2011 bekommt das Drehkreuz einen neuen Push.

Für etwas Unruhe bei Reisenden sorgte in den vergangenen Wochen, dass Air Berlin noch immer keine Hamburg–Frankfurt-Flüge für die Sommersaison freigeschaltet hat. Aber Debus beruhigt: "Die kommen in Kürze." Air Berlin bemüht sich intensiv um Frankfurt-Slots für den Sommerflugplan. Noch läuft die Frist, in der Fluggesellschaften gebuchte Slots zurückgeben können.

Außerdem dürfte Debus erneut versuchen, Slots mit anderen Airlines zu tauschen, um gute Flugzeiten zu bekommen. So kurzfristig wie beim Einstieg im Oktober 2009 sollen die Buchungen aber nicht gestartet werden. Zwischen Verkaufstart und Erstflug hatten lediglich neun Tage gelegen. Da war Debus mit einer Auslastung von gut 45 Prozent in der ersten Woche noch zufrieden. "Ich bin dankbar, dass die Lufthansa so heftig mit Begriffen wie Frontalangriff reagiert hat. Das hat uns damals beim Marketing sehr geholfen."

Insgesamt kam Air Berlin 2009 in Hamburg auf 3,1 Mill. Fluggäste, ein Marktanteil von 24 Prozent. Im gerade begonnenen Jahr will er mit einem Marktanteil von 31 Prozent mit Lufthansa gleichziehen.

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