Das Chaos bleibt aus

Am Hamburger Flughafen sind die Schlangen an der Sicherheitskontrolle verschwunden.
fvw/Georg Jegminat
Am Hamburger Flughafen sind die Schlangen an der Sicherheitskontrolle verschwunden.

Die viereinhalb Tage lange Vorankündigung über den Streik bei Lufthansa und Germanwings hat das Chaos auf den deutschen Flughäfen verhindert.

Georg Jegminat

Das Arbeitsgericht hat Lufthansa hat inzwischen angerufen, um den Streik per Einstweiliger Verfügung zu stoppen. Die Richter könnten noch am späteren Abend eine Entscheidung treffen. Lufthansa argumentiert, dass der Streik unverhältnismäßig sei. Zudem müsse sie Schaden vom Unternehmen abwenden. Ab 17.30 Uhr sollen mündliche Anhörungen stattfinden.

In Hamburg gab es keine der sonst an den Montagmorgenden üblichen Schlangen an den Sicherheitskontrollen. Lediglich Passagiere, deren Flüge auf dem Sonder-Flugplan der Lufthansa angekündigt waren und nun doch ausfielen, mussten umgebucht werden. "Viele Fluggäste waren schon am Sonntag hier und haben umgebucht oder einen Bahn-Voucher geholt", berichtet ein Lufthansa-Mitarbeiter.

Die Deutsche Bahn hat ihre Kapazitäten im Fernverkehr erhöht, aber keine bemerkenswert starken Auswirkungen gespürt. Das spricht dafür, dass viele Reisen abgesagt oder schlicht verschoben wurden. Zwischen Köln und Berlin sowie zwischen Köln und Hamburg fahren in beide Richtungen zusätzliche Züge. Auf den Strecken Hamburg–Kassel–Nürnberg–München und Köln–Frankfurt (Main) hat die Bahn die Sitzkapazitäten erhöht.

Germanwings hat bei einer Flotte von 27 Jets fünf eigene Flugzeuge in der Luft. Außerdem wurden elf Jets mit Crews engagiert. Unter anderem sind Hamburg International und der Star-Alliance-Partner Croatia Airways für Germanwings unterwegs. Die Lufthansa-Tochter will an den vier Streiktagen 60 Prozent ihres Programms abwickeln. "Wir haben jetzt so viele Flugzeuge auf dem Vorfeld stehen wie sonst nie", erzählt ein Sprecher des Flughafens Köln.

Während in Köln das Vorfeld noch genug Platz bietet, gehen auf dem Hauptdrehkreuz der Lufthansa in Frankfurt langsam die Park-Positionen aus. Denn es sind nicht nur streikbedingt viele Flugzeuge stehen geblieben. Im Laufe des Tages schweben weitere Großraumflugzeuge aus Nordamerika und Asien ein. Treten die Cockpit-Crews anschließend in den Ausstand, füllt sich das Vorfeld weiter.

Lufthansa hat bereits viele Jets auf die eigene Basis geschleppt. Der Flughafen selbst verfügt über 200 reguläre Stellplätze. Fraport stellt schon einmal einen "Sonder-Positionsplan" für die Jets auf. Auf dem Flughafen Hamburg sind bereits drei Airbus A-340 gelandet, die üblicherweise nicht auf Strecken von und zu der Elbmetropole eingesetzt werden.

In Düsseldorf wurden die Langstrecken-Flüge nach New York und Miami gestrichen. Die Chicago-Flüge sind ohnehin ausgesetzt worden. Allerdings werden zahlreiche Deutschland- und Europa-Flüge ab Düsseldorf von mehreren Airlines in Konkurrenz bedient. So stehen Lufthansa und Air Berlin auf der Route nach Berlin in intensivem Wettbewerb. Nun dürften die Jet von Air Berlin sehr voll sein.

Im Langstrecken-Verkehr mühen sich die LH-Planer darum, die Nahost-Strecken weiter bedienen zu können, "denn dorthin fehlen uns die Partner, auf die wir die Fluggäste umbuchen könnten", so ein LH-Sprecher. Nach Asien und Nordamerika gibt es viele Partner, deren Kapazitäten nun genutzt werden. Außerdem bucht Lufthansa ihre Passagiere auch auf Nicht-Allianz-Partner um.

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