Airline-Promis investieren in Versicherung

Rudolf Wöhrl (links) und Jürgen Marbach wollen eine höhere Haftung bei Flugunfällen anbieten.
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Rudolf Wöhrl (links) und Jürgen Marbach wollen eine höhere Haftung bei Flugunfällen anbieten.

Vier prominente Airliner investieren in ein Unternehmen, das ein neues Versicherungsprodukt anbietet, mit dem sich Privat- und Geschäftreisende während der gebuchten Flugreise gegen Tod und Invalidität versichern können.

Birgit Quandt

Und auch der Aufsichtsrat ist prominent besetzt: An der Spitze steht Roland Conrady, Professor für Touristik und Verkehrswesen an der Universität Worms.

Gegründet wurde Flightsurance bereits Anfang 2008 von Jens Ortgiese (CEO), Zoltan Kastner (COO) und Conrady. Ortgiese und Kastner haben zusammen bereits in den USA eine Firma gegründet, die das Ziel hatte, innovative Geschäftsmodelle umsetzen. Sie bringen viel Technik-Erfahrung und Risiko-Mathematik in das Unternehmen ein, während Conrady die touristische Expertise liefert.

Mit Flightsurance wollen die drei Gründer den Versicherungsmarkt revolutionieren. Ihr Geschäftsmodell: Sie haben kein Versicherungsunternehmen aus dem Boden gestampft, sondern betätigen sich als Vermittler und Spezialist für Internet-Technologien in der Versicherungsbranche.

Versicherer ist die QBE Insurance (Europa), die Swiss Re fungiert als Rückversicherer. Die QBE Insurance (Europa) zählt mit mehr als sieben Milliarden Euro Prämienvolumen zu den größten Versicherungsgruppen weltweit. Sie wurde 1886 in Sydney gegründet und ist heute in 45 Ländern tätig. Flightsurance hat die weltweiten alleinigen Vertriebsrechte und Patente für ihr neues Produkt.

Bei der neuen Versicherung handelt es sich um eine Unfallversicherung, die während einer gebuchten Flugreise Versicherungsschutz im Todes- und Invaliditätsfall (mindestens 40 Prozent) bietet. Bemerkenswert ist die hohe Versicherungssumme von einer Million Euro. Damit können Reisende die nach Ansicht der Unternehmensgründer unzureichende bestehende Haftungshöchstgrenze bei Personenschäden von Fluggesellschaften ausgleichen. Nach dem Montrealer Abkommen beträgt die verschuldensunabhängige Haftung von Fluggesellschaften rund 127.000 Euro.

Ortgiese und Conrady sind überzeugt, dass sie mit ihrer neuen Versicherung auf eine große Nachfrage stoßen werden. "Flugangst ist weit verbreitet, die Terrorgefahr steigt und die Haftung der Airlines ist vergleichsweise niedrig. Daher gibt es eine hohe Bereitschaft, sich anzusichern", sagt Conrady. Ähnliche Versicherungen gebe es bereits in den USA und in China. In Deutschland biete die ERV zwar ein in etwa vergleichbares Produkt an, allerdings zu einer vergleichsweise erheblich höheren Prämie bei einer deutlich niedrigeren Versicherungssumme.

Der Flightsurance Flugreiseschutz ist weltweit für mehr als 200 Airlines verfügbar. Der Versicherungsschutz ist angesichts der Terrorgefahr auf Flughäfen nicht nur auf den Flug beschränkt, sondern beginnt beim Verlassen des Boarding Gates und reicht bis zur Ankunft am Terminal des Zielflughafens. Umfasst die Flugreise mehrere, zeitlich aufeinander folgende Flüge, gilt der Versicherungsschutz auch während der Wartezeit in den Terminals der Umsteigeflughäfen.

Die neue Versicherung kostet ab 6,99 Euro bei einem Einfachflug oder ab 9,99 Euro bei Hin- und Rückflug. Sie bietet Schutz für Reisende, Ehepartner, Lebensgefährten, Kinder, Eltern und Familie. Ortgiese zufolge kann die Prämie aufgrund einer zum Patent angemeldeten neuen technologiebasierten Risiko-Kalkulation zu vergleichsweise sehr günstigen Prämien angeboten werden.

Gebucht werden kann der Flightsurance Flugreiseschutz zunächst über das Online-Reisebüros www.onlineweg.de (bei Linienflügen, ohne langfristige Versicherungsbindung oder Altersbeschränkung) oder auch direkt über die Website www.flightsurance.de. Danach sollen weitere Online-Reisebüros aufgeschaltet werden. Anfang 2011 ist auch geplant, den stationären Vertrieb über Amadeus anzubinden und die Versicherung damit in den Reisebüros buchbar zu machen. Geplant ist auch der Vertrieb über Fluggesellschaften.

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