Insolvenzexperte beim fvw Kongress

Flöther informiert über Wege aus der schwersten Krise

Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther war bereits 2016 auf dem fvw Kongress zu Gast – damals ging es um Unister. Durch den Verkauf der wichtigsten Portale konnten in Leipzig viele Arbeitsplätze gerettet werden.
Christian Wyrwa
Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther war bereits 2016 auf dem fvw Kongress zu Gast – damals ging es um Unister. Durch den Verkauf der wichtigsten Portale konnten in Leipzig viele Arbeitsplätze gerettet werden.

Lucas F. Flöther ist einer der renommiertesten Insolvenzspezialisten und in der Reisebranche etwa durch die Fälle Unister und Air Berlin bekannt. Auf dem fvw Kongress wird er über seine Einschätzung der Touristik und die Möglichkeiten für Unternehmen in der Existenzkrise reden.

Die Corona-Pandemie hat auch in der Reisebranche schon zu mehreren Insolvenzen und Betriebsaufgaben von mittelständischen Reisebüros und Veranstaltern geführt. Einige Experten befürchten, dass diese Situation sich im Winter noch zuspitzen könnte, wenn die staatlichen Hilfsmaßnahmen ausgeschöpft sind und das Geschäft sich nicht wieder rasch erholt.

In einem dpa-Interview warnte Flöther, der Unister und Air Berlin abwickelte und bei der Condor als Sachwalter in deren Schutzschirm-Verfahren agiert, Bürgschaften und neue Kredite seien nicht für alle Unternehmen die beste Lösung.  Damit werde das Grundproblem oft nur in die Zukunft verschoben, so der Jurist. "Die Krise reißt bei diesen Firmen langfristig ein tiefes Loch in die Finanzen", sagte Flöther. "Dadurch werden diese Unternehmen zu klassischen Sanierungskandidaten, die sich über Schutzschirmverfahren und andere echte Restrukturierungswerkzeuge Gedanken machen sollten."
fvw Kongress: Sonderpreis für Reisebüros
Der fvw Kongress findet in diesem Jahr 31. August bis zum 3. September als virtuelle Woche statt. Das Standard-Ticket kostet für fvw Abonnenten 159 Euro, für Nicht-Abonnenten 199 Euro. Reisebüros zahlen für das Ticket nur 29 Euro (alle Preise zuzüglich Mehrwertsteuer). Das gesamte Programm und die Anmeldung finden Sie unter diesem Link.

Ein Schutzschirm ist die mildeste Sanierungsform im Insolvenzrecht, bei dem die Chefetage weiterhin die Geschäfte führt. Weil das Management viel Einfluss behält, erlaubt das Gesetz den Schutzschirm nur zu Beginn einer wirtschaftlichen Schieflage. Der Vorteil des Instruments sei, dass sich Unternehmen von einigen besonders drückenden Kosten und Verbindlichkeiten befreien könnten.

Auf dem fvw Kongress wird Flöther, der auch Sprecher des Gravenbrucher Kreises ist, Zusammenschluss führender Insolvenzverwalter, in einem Talk mit fvw-Chefredakteur Klaus Hildebrandt über die rechtlichen Mittel und Möglichkeiten informieren – und sicher auch seine Sicht auf die Reisebranche vermitteln.

Sie müssen eingeloggt sein, um kommentieren zu können.

1.
Rainer Maertens
Erstellt 10. Juli 2020 09:39 | Permanent-Link

In der Theorie könnte ein Insolvenzverfahren zur Rettung klappen, man muss nur Lösungen finden, dass man als Veranstalter und als Reisebüro mit verbundenen Reiseleistungen die Insolvenzversicherung mit im Boot hält.

Ob aber die Insolvenzversicherungen nach einer Insolvenz weiter mitspielen möchten, ist sehr fraglich. Zumal es ja noch eine Unbekannte aus dem Justizministerium gibt.

stats