Holidaycheck-Studie

So anders reisen die Millennials

Die Millennials kommen, und sie wollen reisen – aber völlig anders als vorherige Generationen. Eine Studie von Holidaycheck, vorgestellt von Manager Georg Ziegler, offenbart, wie die Veranstalter ihr Produkt umbauen müssen.

Georg Ziegler ist ein Mann, der mit seinen 36 Jahren selbst noch zu den Millennials gehört. Beim fvw Kongress in Köln stellte der Director Content, Brand & Community von Holidaycheck eine umfassende Studie zu dem Reiseverhalten junger Menschen vor. Die gute Nachricht: Millenials – auch Generation Y genannt – wollen viel reisen. Die schlechte: Der Gedanke an den klassischen Urlaub lässt sie erschaudern.

fvw Kongress 2019
Mit neuem Konzept findet der fvw Kongress 2019 am 17. und 18. September wieder in Köln statt. Dieses Jahr dreht sich alles um Technologie, Zukunft und Digitalisierung. Hier treffen sich die Macher, Entscheider und Vertriebsprofis. Ab sofort können Frühbuchertickets geordert werden.

Immer wieder streute Ziegler bei der Vorstellung der Ergebnisse Zitate der Befragten ein. „Für mich ist Pauschalreise der Inbegriff von Fremdbestimmung“, lautet eine beispielhafte Aussage. Oder: „Die Leute, die Bock auf etwas Besonderes haben, machen keine Pauschalreise.“ Für die Jungen ist die Pauschalreise oft gleichbedeutend mit einem standardisierten All-Inclusive-Urlaub.

Die Jahrgänge ab 1980 unterscheiden klar zwischen dem von ihnen bevorzugten aktiven Reisen einerseits – einer Form der Weltentdeckung – und dem klassischen Urlaub, der in ihren Augen ein passives Konsumieren einer etablierten Destination ist. Den Millennials ist es wichtig, an dem betreffenden Ort einer der Ersten zu sein. Zudem müssen Fotos der Destination in den sozialen Netzwerken Eindruck machen. „Sonst zeige ich danach die Bilder, und der andere sagt immer nur: ‚Ja, kenn ich schon‘“, so die Aussage eines der Interviewten.

Auch die Rolle des Hotels wandelt sich dramatisch. Es tritt bei der Reiseentscheidung deutlich in den Hintergrund. Die Unterkunft ist nicht mehr der Dreh- und Angelpunkt der Reise, sondern dient nun eher als Basis für Erkundungstouren. Sie muss also möglichst nahe an den interessanten Spots der jeweiligen Region liegen, Bettenburgen in der Pampa fallen folglich weg. Gern soll bei der Reise auch die einheimische Bevölkerung kennengelernt werden. Der Urlaub wird auf diese Weise zu einer Jagd nach dem Authentischen. Am liebsten auf tagesaktueller Entscheidungsbasis. Denn das Vorausplanen erzeugt bei der Generation Y das Gefühl, eingeengt zu sein. Ebenso wie der standardisierte Tagesablauf einer Hotelanlage mit fest definierter Mittagszeit und nächtlicher Pool-Sperrung.

Veranstaltern, die die Millennials erreichen wollen, gibt die Studie eine Reihe von Tipps. Wichtig sei es, dass im Urlaub Neues erlebt werden kann, und das auf einer flexiblen Basis. Ebenso wichtig wie der Kontakt zu Einheimischen ist die Möglichkeit, dass die Reisenden sich mit Gleichgesinnten zurückziehen können. Die Benennung der Reise muss bereits Individualität ausstrahlen. Zudem könne es helfen, über die Vorteile der Pauschalreise aufzuklären. Ein Beispielsatz könnte lauten: „Wir kümmern uns um die Orga, damit Du Zeit für die wirklich spannenden Dinge hast.“

Eine ausführlichere Betrachtung des Veränderungsdrucks, der auf der klassischen Pauschalreise lastet, lesen Sie in der Titelgeschichte der aktuellen fvw 20/18, die als Print-Magazin, iPad-Ausgabe und E-Paper vorliegt.

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