Studie zum Semesterstart

Corona führt zu rasender Hochschul-Digitalisierung

Schluss mit Hörsaal: Durch die Corona-Krise mussten Hochschulen in kurzer Zeit von Präsenz- auf Online-Vorlesungen und Webinare umstellen.
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Schluss mit Hörsaal: Durch die Corona-Krise mussten Hochschulen in kurzer Zeit von Präsenz- auf Online-Vorlesungen und Webinare umstellen.

Seit März hat die Corona-Pandemie zum Digitalisierungsschub an den Hochschulen und touristischen Fakultäten geführt. Eine Studie zeigt, wie erfolgreich diese schnelle Umstellung war.

In nur wenigen Wochen wurden Lehrangebote, Prüfungen, Campus-Veranstaltungen sowie das Service-Angebot für Studierende weitgehend digitalisiert, so der Stifterverband und McKinsey. Für die Studie "Hochschulen, Corona und jetzt?" befragten sie bundesweit mehr als 11.000 Studierende und 1800 Lehrende.

Demnach wurden 91 Prozent der Lehrangebote an deutschen Hochschulen im Sommersemester erfolgreich digitalisiert. Studierende und Lehrende seien mit Tempo und Qualität der Umstellung auf digitale Formate sehr zufrieden. Das Urteil der Studierenden über die grundsätzliche Lernerfahrung sei jedoch deutlich schlechter. Je länger die rein digitale Lehre andauerte, desto unzufriedener waren die Studierenden mit ihrem Lernerlebnis. Ebenfalls vermisst haben sie das interaktive und soziale Campus-Leben.

"Gerade für die Erstsemester ist es wichtig, das Gefühl des Studierens auf dem Campus zu erleben und eine Verbindung zu ihren Kursleitern und Leiterinnen aufzubauen", sagt Professor Heinz-Dieter Quack, Dekan der Ostfalia-Fakultät in Salzgitter. Die Hochschule will im Rahmen des Hygienekonzepts "wirklich notwendige Veranstaltungen vor Ort abhalten". Neben der Maskenpflicht müssten sich die Studierenden mit einem QR-Code an den Eingängen der Seminarräume ein- und ausloggen, domit die Präsenzen nachvollziehbar sind.

Im Audimax, in das sonst 400 Personen passen, dürften nun nur 46 Personen mit großem Abstand sitzen. Zusätzlich wurde ein Seminarraum über dem Audimax verkabelt, sodass hier parallel 33 Personen an wichtigen Vorlesungen teilnehmen können. In den Pool-Räumen werden die Arbeitsplätze durch Plexiglaswände voneinander getrennt, sagt Quack. Ostfalia-Professor Quack hofft, dass "zumindest teilweise" in diesem Winter ein normales Studieren möglich ist, "auch wenn trotzdem irgendwie alles anders ist".

Hier geht's zur Studie "Hochschulen, Corona und jetzt?"
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