Expertentipps

So lässt sich Misserfolg managen

Seit Ende der 80er Jahre berät Heinz Becker Führungskräfte in Krisensituationen.
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Seit Ende der 80er Jahre berät Heinz Becker Führungskräfte in Krisensituationen.

Ob Insolvenz, Übernahmen oder Kündigung – wie gehen Führungskräfte mit dem Scheitern um? Wir fassen die wichtigsten Empfehlungen vom Psychotherapeuten und Managementberater Heinz Becker zusammen.

"Es ist ein Tabu, dass es nie abwärts geht. Aber natürlich kann es das", sagt Becker, der seit Jahrzehnten Führungskräfte dabei unterstützt, Krisen- und Umbruchsituationen zu bewältgen. Seiner Meinung nach ist Scheitern grundsätzlich nichts Ehrenrühriges. "Vielleicht findet man so den Platz, zu dem man wirklich passt."

Hier gibt Becker einige Empfehlungen, wie man eine Niederlage verarbeiten kann:
  • Zunächst muss man begreifen, dass man tatsächlich gescheitert ist und dass man durch die damit einhergehenden Emotionen nicht voll handlungsfähig ist.
  • Falls man trotz des Misserfolgs noch weiter wirken muss, sollte man Aufgaben möglichst delegieren. Tatsächlich könnte es auch heilsam sein, gemeinsam mit den Mitarbeitern nichts zu tun und den Schreck sacken zu lassen.
  • Wenn die erste Bestürzung überwunden ist, muss die Situation verarbeitet werden durch eine nüchterne Analyse der Gründe des Scheiterns.
  • Selbstbesinnung, ein Sich-Zurückziehen ist sinnvoll. Dadurch kann man sich selbst wiederfinden und auf die eigenen Signale hören.
  • Gespräche mit lebenserfahrenen Personen können ebenfalls helfen, den Fehlschlag zu verarbeiten.
  • Zum Schluss steht die Suche nach Reizen oder Motivationen, um wieder neu zu beginnen.

Der Therapeut betont, dass ein Verarbeiten des Scheiterns nicht gelingt, wenn man die Verantwortung bei anderen sucht und nicht bei sich selbst. "Dann unterbleibt ein Lernprozess, und die gleichen Fehler werden wieder gemacht", sagt Becker.
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