Aktuelle Studie

"Giftige" Chefs kosten Unternehmen viel Umsatz

Immer noch klafft eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit: In den meisten Unternehmen leiden Mitarbeiter unter toxischem Führungsverhalten, so eine Studie der Universität Bielefeld, der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sowie der Uni Trier.

Wertschätzende Führungsleitlinien hat heute fast jedes mittlere oder größere Unternehmen. "Die klingen zwar super und suggerieren, dass in der Führungswelt alles in Ordnung ist", sagt Professorin Christina Hoon von der Universität Bielefeld. Aber: Die Realität sieht oft ganz anders aus, da schreien Chefinnen und Chefs ihre Mitarbeiter öffentlich an, kränken oder ignorieren sie, so die aktuelle Studie der drei Hochschulen.

85 Prozent der Unternehmen betroffen

Demnach kommt in 85 Prozent der Unternehmen solch toxisches Führungsverhalten vor, 21 Prozent der Unternehmen verfügen sogar über ein ausgesprochen toxisches Führungsklima. Für die Gemeinschaftsstudie wurden mehr als 37.000 Bewertungen und 3725 Textkommentare von 148 Unternehmen auf der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu ausgewertet.

Die Studie zeigt, dass destruktives Verhalten der Führungskräfte großen Schaden anrichte und bei Beschäftigten zu Unzufriedenheit, Stress, verminderter Arbeitsleistung und geringer Bindung ans Unternehmen führe, das Betriebsklima verschlechtere sich. Zudem vergifte eine toxische Führung im Management auch die Führungskultur in den unteren Ebenen.

Performance steigt mit Zufriedenheit

Je höher dagegen die Zufriedenheit der Mitarbeiter sei, desto höher war auch die Performance des Unternehmens. Professor Kai Bormann von der Universität Bielefeld betont: "Unternehmen können es sich auch finanziell nicht erlauben, schlechte Führungskräfte auszuhalten oder zu ignorieren."
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