Eröffnung der ITB

DRV-Präsident Fiebig prognostiziert Pauschalreisen große Zukunft

Viele Redner auf der Pressekonferenz zum Start der diesjährigen ITB: Messe-Sprecher Emanuel Höger, Christian Göke (Chef der Messe Berlin), Datuk Mohamaddin bin Ketapi (Tourismusminsiter von Malaysia), BTW-Präsident Michael Frenzel und DRV-Präsident Norbert Fiebig.
Gregor Zielke
Viele Redner auf der Pressekonferenz zum Start der diesjährigen ITB: Messe-Sprecher Emanuel Höger, Christian Göke (Chef der Messe Berlin), Datuk Mohamaddin bin Ketapi (Tourismusminsiter von Malaysia), BTW-Präsident Michael Frenzel und DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Der Startschuss für die ITB 2019 ist gefallen. Am Dienstagmorgen kamen Vertreter der Messe Berlin, des ITB-Partnerlands Malaysia und der Tourismusverbände BTW und DRV in Berlin zusammen, um auf das große Tourismus-Event einzustimmen. Ihr Job: gute Stimmung verbreiten.

Das ist auch nötig. Denn an Herausforderungen mangelt es im Tourismus nicht: "Der Brexit ist nur ein Thema", so Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV) auf der ITB-Eröffnungspressekonferenz. "Aber ich kann Sie beruhigen: Der Flugverkehr wird so weiterlaufen wie bisher." Die EU habe für die Branche Übergangsregeln vorgesehen.


Das sei gut und wichtig, wie Fiebig betont. Denn die Touristik baut auch 2019 wieder auf Wachstum. "Noch liegen die Buchungen für Sommer 2019 zwar zwei Prozent unter dem Vorjahr, wir gehen aber von einem leichten, einstelligen Umsatzplus für 2019 aus", sagt Fiebig. "Für das laufende Jahr rechnen wir mit 1,5 bis 2 Prozent mehr Reisetagen als im Vorjahr", so die ergänzende vorsichtige Prognose von Michel Frenzel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). Im Vorjahr seien 1,4 Mrd. Touristen weltweit unterwegs gewesen, sechs Prozent mehr als 2017. Bis 2030 rechnet die Branche mit 1,8 Milliarden.

Die Reiselaune sei in Deutschland und weltweit nach wie vor ungebrochen, ist Frenzel überzeugt. Allerdings sei wegen der nachlassenden Konjunktur eine gewisse Zurückhaltung spürbar. Um dem entgegen zu wirken, forderte Frenzel von der deutschen Politik, endlich die Luftverkehrssteuer und die Urlaubssteuer abzuschaffen und den Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent zu senken.

Nahtloses Reisen hat Konjunktur

Um das Wachstum zu managen, setzt Frenzel zudem auf die Digitalisierung. Er warb dafür, die Grundlagen dafür zu schaffen, der Idealvorstellung von "Seamless Travel", dem nahtlosen Reisen, bei dem Reiseketten ineinandergreifen, nahe zu kommen: "Dafür brauchen wir beispielsweise effizientere und beschleunigte Visa-Antragsverfahren und Flughafen-Kontrollen, aber auch manche Änderungen in nationalen Personenbeförderungsgesetzen werden notwendig sein, um die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen."

Konjunktur hat mit Blick auf die Zielgebiete derzeit insbesondere das östliche Mittelmeer mit der Türkei und Ägypten, aber auch Tunesien und Bulgarien verbuchen für Sommer 2019 laut DRV ordentliche Zuwächse. "Das zeigt, dass die Pauschalreise an Bedeutung zunimmt", resümiert der DRV-Mann. Von der Reiselaune der Deutschen will auch das ITB-Parterland Malaysia profitieren. "Wir hoffen, noch viel mehr Urlauber in unser Land zu holen", so Tourismusminister Datuk Mohamaddin bin Ketapi. 130.000 Gäste kamen im Vorjahr – immerhin gegenüber ein Zuwachs von 17,4 Prozent.

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