Cockpit (fvw exklusiv)

Alle Air France/KLM-Tarife via Aerticket-Technik buchbar

Stefan Gumuseli von Air France/KLM und Rainer Klee von Aerticket freuen sich über die neue Schnittstelle.
Rita Münck
Stefan Gumuseli von Air France/KLM und Rainer Klee von Aerticket freuen sich über die neue Schnittstelle.

Nach Lufthansa ist Air France/KLM die nächste Airline-Gruppe, die alle Tarife inklusive der Internet-Offerten jetzt dem Reisevertrieb über die NDC-Technik von Aerticket bereitstellt. Stefan Gumuseli von Air France/KLM freut sich mit Aerticket-Chef Rainer Klee darüber, dass die dafür nötige Schnittstelle nun live gegangen ist.

Ein entsprechendes Abkommen hatten die beiden Partner bereits im Frühjahr des Vorjahres geschlossen. Aerticket ist seitdem Partner im NDC-Programm von Air France/KLM. Seitdem wird eine technischen Lösung entwickelt, die es Aerticket-Kunden ermöglicht, alle Tarife der französisch-niederländischen Airline-Gruppe zu buchen.

Seit heute steht die Schnittstelle. Reisebüros, die die Aerticket-Lösung Cockpit nutzen, haben jetzt laut Gumuseli und Klee die Option, auch sogenannte NDC-Promotion-Aktionen sowie Internet-Tarife von Air France/KLM zu buchen. Zudem können über die Buchungwelt Cockpit auch alle anderen Air France/KLM-Tarife ohne GDS-Aufschlag abgerufen werden. "Wir wollen Full Content bieten", erklärt Aerticket-Chef Klee das Ziel, den er mit Cockpit verfolgt. Auch wenn seine Kunden bei ihm gegenüber dem GDS-Weg nur ein Prozent sparen würden, wolle er jede Art von Content anbieten.

Air France-KLM folgt dem Beispiel der Lufthansa

Zum Hintergrund: Air France/KLM hatte, wie Lufthansa bereits 2015, im April 2018 eine Gebühr für GDS-Buchungen von elf Euro pro Buchung eingeführt. Den Aufschlag kann der Vertrieb nur umgehen, wenn ein "Private Channel Agreement" mit der Airline unterzeichnet wird. Darin erklären sich Reisebüros bereit, sich auf das Thema NDC technisch vorzubereiten, sprich: eine Schnittstelle zum Iata-Vertriebsstandard NDC (New Distribution Capability) aufzubauen.

Die hat Aerticket und sie funktioniert, wie beschrieben, nicht nur alle ansonsten nur via GDS-verfügbaren Tarife von Air France/KLM, sondern auch für deren Direct-Connect-Content. "Also alle Tarife, mit denen wir das Thema NDC promoten oder die wir nur via Internet anbieten", erläutert Gumuseli, Deutschland-Chef von Air France/KLM, noch einmal.

Auch die Airline hat laut Gumuseli ihre Hausaufgaben gemacht und auf Kritik des Vertriebs am NDC-Programm reagiert. 80 Prozent der Anforderungen seitens des Vertriebs seien abgearbeitet. Reisebüros hatten beklagt, dass das NDC-Programm von Air France/KLM etwa Gabelflüge, Oneways, Kinderpreise oder Veranstaltertarife nicht ermögliche. "Vieles davon ist unsererseits ausgeräumt", versichert Gumuseli gegenüber fvw.

Um dem Vertrieb aber entgegen zu kommen und mehr Zeit einzuräumen, habe man das Private Channel Agreement ganz aktuell um ein weiteres Jahr bis Ende März 2020 verlängert. Der Vertrieb hat nun also doppelt solange Zeit , geeignete Schnittstellen-Lösungen zur Anbindung von Air France/KLM zu erarbeiten.

Wie NDC-Lösungen im Reisevertrieb eingesetzt werden, ist Thema eines NDC-Schwerpunkts auf dem fvw Travel Technology Day am 7. Mai 2019 in Köln. Weitere Themen der Veranstaltung: die Herausforderungen der Blockchain, die Chancen der neuen String-Schnittstelle, die das in die Jahre gekommene Stadis-Toma-Format ablösen soll, sowie das Potenzial neuer Produktionssysteme speziell für mittelständische Veranstalter und selbstveranstaltende Reisebüros. Hier geht's zur Anmeldung.
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