CEO Stephen Kaufer

Reisesuche soll bei Tripadvisor starten

Keynote auf der ITB: Tripadvisor-CEO Stephen Kaufer (rechts) im Gespräch mit Touristik-Professor Roland Conrady.
Gregor Zielke
Keynote auf der ITB: Tripadvisor-CEO Stephen Kaufer (rechts) im Gespräch mit Touristik-Professor Roland Conrady.

Stephen Kaufer steuert um. Der Tripadvisor-Chef befeuert das Geschäft mit Restaurants, Touren und Aktivitäten. Hotels werden weniger wichtig.

Es war eine faustdicke Überraschung, als sich Tripadvisor im vergangenen Jahr zur Social-Media-Plattform ausrief, dem Facebook für Reisende. Im November starteten dann individuelle Feeds, die an Facebook erinnern. Tripadvisor-Nutzer haben damit die Möglichkeit, Influencern zu folgen. Hotels und Urlaubsregionen können ihre eigene Marken-Webseite einrichten.

"Unser Angebot ist dadurch viel inspirierender geworden", resümierte Tripadvisor-Primus Stephen Kaufer auf der ITB. In seiner Keynote schilderte er, wie sich das Bewertungsportal zur zentralen Planungsplattform für Reisende wandeln soll. Das ehrgeizige Ziel: Endkunden sollen ihre Reisesuche nicht wie bisher mehrheitlich bei Google, sondern zunehmend direkt bei Tripadvisor starten und fortführen. Google sieht Kaufer folgerichtig als Hauptwettbewerber.

Bewertungen von Hotels, mit denen Tripadvisor groß geworden ist, bleiben auch künftig die Basis. Sie werden aber um weitere Reisesegmente ergänzt. "Wir wollen alle Aspekte, die für Reisende wichtig sind, auf unsere Plattform bringen", machte Kaufer deutlich – vom Flug bis zur Kreuzfahrt. Ob die User dann auch über Tripadvisor buchen, sei zweitrangig, so Kaufer, der sein Hautgeschäft im Verkauf von Werbeplätzen und der Weiterleitung von Kunden sieht.

Die Jahreszahlen spiegeln den Wandel. Das Hotelgeschäft steht für zwei Drittel der Umsätze, stagniert aber. Die Nicht-Hotel-Sparte, zu der Restaurants, In-Destinations-Erlebnisse und Ferienunterkünfte zählen, schnellte 2018 um 27 Prozent auf 402 Mio. Euro nach oben. Größter Wachstumstreiber war das Geschäft mit Attraktionen, Erlebnissen und Restaurants, das um 40 Prozent zulegte und weiter ausgebaut werden soll.

Wie sich der Markt für In-Destinations-Erlebnisse weltweit entwickelt, warum Portale wie Tripadvisor, Booking und Airbnb sowie Spezialisten wie Get Your Guide und Klook riesige Summen investieren, und wie Veranstalter und Vertrieb vom Megatrend profitieren können, lesen Sie in der Titelgeschichte vom fvw Magazin (5/2019), das auch als iPad-Ausgabe und E-Paper vorliegt.

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