Bettenbank

Hotelbeds will nach Zukäufen stark wachsen

Hotelbeds tritt auf der ITB erstmals mit dem neuen Logo auf. Im Vorjahr waren noch die drei Marken Hotelbeds, GTA und Tourico vertreten.
Christian Wyrwa
Hotelbeds tritt auf der ITB erstmals mit dem neuen Logo auf. Im Vorjahr waren noch die drei Marken Hotelbeds, GTA und Tourico vertreten.

Die Integration von GTA und Tourico ist abgeschlossen. Nun will der weltweit größte Betten-Großhändler expandieren.

Die weltweit führende Bettenbank Hotelbeds ist seit vielen Jahren auf der ITB vertreten, dennoch ist 2019 alles anders: „Diesmal treten wir in Berlin zum ersten Mal als konsolidiertes Unternehmen und mit unserer neuen Corporate Identity auf“, sagt Geschäftsführer Carlos Muñoz. Nach der Loslösung von der früheren Mutter TUI hatte der nun zwei Finanzinvestoren gehörende B2B-Reisemittler 2017 den US-Mitbewerber Tourico Holidays und die frühere Kuoni-Group-Tochter GTA übernommen. Hotelbeds gilt weltweit vor dem australischen Großhändler Webbeds mit zahlreichen Marken wie Sunhotels, Jac Travel oder Destinations of the World als Nummer eins in diesem Sektor.

Die vergangenen Monate waren stark von der Integrationsarbeit bestimmt, um in der Führung, beim Personal, beim Account- und Produktmanagement und in der IT aus dreien ein Unternehmen zu machen. Dieser Prozess ist laut Muñoz „nun zu über 90 Prozent“ abgeschlossen. Trotz der vielen internen Projekte sei Hotelbeds aber weiter gewachsen, der vermittelte Umsatz der neu formierten Gruppe mit rund 5000 Mitarbeitern weltweit sei 2018 auf sechs Milliarden Euro gestiegen. „Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt, sind jetzt stärker denn je und bereit für weiteres Wachstum“, sagt der Spanier.

Deutschland ist für Hotelbeds mit Hauptsitz in Palma de Mallorca der fünftwichtigste Quellmarkt. Hotelbeds arbeitet vorwiegend auf Basis von Nettohotelraten mit vielen deutschen Veranstaltern zusammen und verfügt über den Verkaufskanal Bedsonline für Reisebüros, bei dem diese gegen Provision einbuchen. Die Provisionen sind laut Muñoz nach Land und Produkt verschieden.

Weltweit beliefert das Unternehmen nach Angaben von Muñoz 60.000 Reiseunternehmen aus 140 Ländern. Die Datenbank enthält mehr als 170.000 Hotels, 24.000 Transferrouten und 18.000 Aktivitäten in den Zielgebieten. Bei den Hotels sind auch Apartment-Anlagen enthalten, jedoch keine Privatunterkünfte und Ferienwohnungen, wie sie Booking.com gerade forciert. "Wir liefern Produkte von Profis an Profis", sagt Muñoz. Die Kunden müssten sich darauf verlassen können, dass alle Sicherheits- und Gesundsheitsstandards erfüllt seien und die gesetzlichen Regelungen zur Vermietung von Ferienunterkünften eingehalten werden.

Nach dem Verkauf des verbliebenen DMC-Netzwerkes an die TUI ist Hotelbeds bei Touren und Aktivitäten nur noch Mittler, nicht mehr Produzent. Dennoch sei dies ein wichtiges Zusatzgeschäft.

Für diesen Sommer sind bei deutschen Kunden unter den Strandzielen Mallorca, die Türkische Riviera und Kreta am stärksten gefragt. Bei den Städtezielen rangiert New York an erster Stelle, gefolgt von Barcelona und London.
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