Tats-Reisebüro-Spiegel

Im Mai zeigt sich eine erste Umsatzerholung


Druckversion herunterladen (PDF) Das Umsatztal, in dem sich die deutschen Reisebüros nach wie vor befinden, ist noch lange nicht durchschritten. Immerhin dürfte die Sohle erreicht sein. Denn im Mai zeigen sich erste Erholungseffekte im Vergleich zum Vormonat. Mit den bevorstehenden Reiseerleichterungen könnte ein Trend daraus werden.
Die ersten Lockerungen der Pandemie-Maßnahmen gekoppelt mit verringerten Infektionszahlen dürften bereits im Mai zu ersten leicht positiven Effekten geführt zu haben – das zeigt der Tats-Reisebüro-Spiegel.

Das bedeutet konkret, dass der fakturierte Gesamtumsatz der erfassten Reisebüros im Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat bei minus 90 Prozent liegt – allerdings verbessert sich der Wert damit im Vergleich zum April um 2,8 Prozentpunkte. Betrachtet man allein den Bereich Touristik (inklusive Kreuzfahrt) fällt der Erholungseffekt noch etwas deutlicher aus mit minus 61,9 Prozent im Vergleich zu minus 86,6 Prozent im Vormonat. Der Umsatz im Flugverkehr verzeichnet in diesem Monat ein Minus von 97,8 Prozent (im April waren es noch minus 99,1 Prozent). Die sonstigen Umsätze liegen bei minus 85,7 Prozent (minus 85,1 Prozent im April). Die Kreuzfahrten lagen im Mai mit 64,8 Prozent im Minus – doch auch dieser Wert fiel im April diesen Jahres mit 70,3 Prozent noch verheerender aus.

Die kumulierten Erlöse von Januar bis Mai kann das natürlich noch nicht retten – die Gesamteinnahmen verbuchen ein Minus von 61,1 Prozent. Die Touristik fährt ein Minus von 51,8 Prozent ein und der Flugverkehr ein Minus von 69 Prozent. Die sonstigen Umsätze kommen auf ein Minus von 51,5 Prozent. Für Kreuzfahrten fällt die Gesamtbilanz für die ersten fünf Monate des Jahres noch am moderatesten aus mit minus 36,6 Prozent, so die Analye des Frankfurter Backoffice-Dienstleisters.
Tats-Reisebüro-Spiegel
Der Tats-Reisebüro-Spiegel wird monatlich vom Backoffice-Spezialisten Tats erhoben. Er analysiert die in diesem Monat fakturierten Reisebüroumsätze in den Sparten Touristik, Kreuzfahrten, Flugverkehr und sonstige Umsätze (Mietwagen, Bahn, Eigenveranstaltugen) und stellt sie im Monatsvergleich sowie kumuliert auf das Kalenderjahr dar. Zudem untersucht er den touristischen Auftragsbestand mit Reisedatum bis zum Ende des laufenden Touristikjahres. Basis sind mehrere tausend Reisebüros, Online-Portale und Consolidator.


Immer noch dramatisch sieht es zumindest statistisch bei den Vorausbuchungen aus: Der Auftragseingang der Touristik beträgt im Monatsvergleich minus 164,3 Prozent. Der touristische Auftragsbestand nach Reisedatum bis zum Ende des aktuellen Touristikjahres im Oktober 2020 fällt um 42,8 Prozent geringer aus.

Der Kreuzfahrt-Vertrieb verbuchen ein Minus von 162 Prozent bei den Auftragseingängen im Monatsvergleich. Der Auftragsbestand nach Reisedatum bis Oktober 2020 liegt bei minus 34,4 Prozent.

Der Blick in die Zukunft fällt in jedem Fall positiver aus als noch im April. Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für 29 europäische Länder zum 15. Juni aufgehoben. Flugzeuge starten wieder und entsprechende Hygienekonzepte in den Destinationen sind erstellt – die Stimmung dreht sich. Jetzt kommt es auf die Kunden an.

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1.
Bruno Peters
Erstellt 6. Juni 2020 09:11 | Permanent-Link

Hinter diesen Zahlen verbergen sich Menschen und Schicksale. Die Inhaber*innen von Reisebüros undVeranstalter*innen haben seit Mitte März keine Einnahmen mehr. Viele haben bereits Insolvenz angemeldet, aber dabei wird es nicht bleiben. Und die Mitarbeiter*innen, die bisher KuG erhalten haben stehen dann ohne Perspektive auf der Straße.
Dank "Konjunkturpaket“ wird sich das Sterben in der Branche länger hinziehen. Alles sehr traurig...

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