Aktionsbündnis des stationären Vertriebs

Reisebüro-Mitarbeiter demonstrieren bundesweit

Reisebüro-Mitarbeiter haben Demos in ganz Deutschland organisiert.
Privat
Reisebüro-Mitarbeiter haben Demos in ganz Deutschland organisiert.

Es ist die wahrscheinlich größte Aktion, die der stationäre Vertrieb bis dato organisiert hat: In ganz Deutschland gehen heute Reisebüro-Mitarbeiter auf die Straße, um auf ihre brenzlige Lage in der Corona-Krise aufmerksam zu machen. Auch online soll demonstriert werden.

Die Aktion ist bisher beispiellos. An diesem Mittwoch setzen Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Reisebüro-Mitarbeiter in ganz Deutschland ein Zeichen. Bei Demos in zahlreichen deutschen Städten wollen sie auf ihre Lage in der Corona-Krise aufmerksam machen. Ihre Forderung an die Politik: finanzielle Soforthilfen, um die Corona-Krise zu überstehen.


Cottbus, Hamburg, Kassel, Leipzig, Stuttgart – das sind nur einige der Städte, in denen sich heute Expis zum Demonstrieren treffen. Zwar ist die Zahl der Demonstrierenden in Zeiten von Corona von offizieller Seite stark begrenzt worden. Doch um trotzdem hinreichend auf die Aktion aufmerksam zu machen, haben die Teilnehmer in den vergangenen Tagen unter Hochdruck einiges vorbereitet: Sie gestalteten Plakate, präparierten leere Koffer und sammelten Liegestühle zusammen, die sie dann öffentlichkeitswirksam platzieren wollen.

Protest geht auch online

Und eben weil die Teilnehmeranzahl bei den einzelnen Demonstrationen stark begrenzt ist, startet parallel eine Social Media-Aktion. So sollen alle, die mitmachen möchten, um 10 Uhr das offizielle Foto oder Video auf dem eigenen Facebook- und/oder Instagram-Profil posten. Auch ein eigenes Instagram-Account hat die Bewegung inzwischen, verwaltet von Expi Juliette Thronbehrens: @rettet_die_reisebueros.

So viel Engagement beeindruckt die Branche. QTA-Sprecher Thomas Bösl etwa meint: "Die Aktion der Reisebüros zeigt den Ernst der Lage. Die Unternehmen brauchen staatliche Gelder, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Das ist absolut alternativlos." Die Politik zeige zwar Verständnis für die Situation der Reisebüros, "aber über das Verständniszeigen sind wir längst drüber, jetzt muss auch gehandelt werden", fordert auch Bösl.

Aktionsbündnis fordert finanzielle Soforthilfen

Und genau das ist auch das Anliegen des Aktionsbündnisses "Wir zeigen Gesicht! Rettet die Reisebüros – rettet die Touristik!": "Wir fordern eine finanzielle Soforthilfe für die Vielzahl der touristischen Unternehmen wie auch für uns Reisebüros. Diese Hilfe sollte zeitnah ausgezahlt werden und nicht rückzahlbar sein. Die Finanzhilfe könnte beispielsweise in Form eines Notfallfonds bereitgestellt werden, der speziell für die Tourismuswirtschaft einschließlich der Reisebüros eingerichtet wird", heißt es in einer offiziellen Pressemitteilung, die von zahlreichen Reisebüro-Mitarbeitern an Medien in ganz Deutschland versendet wurde.

Die Riesenaktion haben Reisebüro-Mitarbeiter innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt. Organisiert haben sich die Reiseprofis aus ganz Deutschland über die vor einigen Tagen eigens dafür eingerichtete Facebook-Seite "Vorbereitung bundesweite Demo Reisebüros". Fast 5000 Mitglieder hat die Gruppe mittlerweile.

Die Idee zu der bundesweiten Aktion war offenbar nach einem Bericht des fvw-Schwestermagazins TravelTalk über Reisebüro-Inhaber Rainer Maertens entstanden, der als Protestaktion einen Buskonvoi durch Dresden organisiert hatte.

Schicken Sie uns Ihre Fotos von den bundesweiten Demos: redaktion@fvw.de

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats