Direktvertrieb mit Tücken

Reisebüro-Chef kritisiert Verfügbarkeiten von LH Light-Tarifen

Die Lufthansa vertreibt ihre Light-Tarife für Europa-Strecken seit Anfang Oktober nur noch über ihre Direktvertriebskanäle. Völlig problemlos scheint der Vertrieb hier aber noch nicht zu laufen, wie die Erfahrungen eines Reisebüros zeigen.

29.10.2018, 13:02 Uhr
Seit dem 9. Oktober sind die günstigsten Tickets für Europa-Flüge bei der Lufthansa – hier ein Airbus A-319, der dort verkehrt – nur noch über Direktvertriebskanäle buchbar.
Foto: DLH

Die Lufthansa will ihre eigenen Absatzkanäle stärken und Vertriebskosten sparen. Unter anderem deshalb vertreibt die Lufthansa ihre Light- und Business-Saver-Tarife für Europa-Flüge seit dem 9. Oktober nicht mehr über die klassischen Reservierungssysteme, sondern nur noch über die eigenen Direktvertriebskanäle.

Dabei erfolgt die Tarifdarstellung aber offenbar nicht in jedem Fall einheitlich. Diese Erfahrung hat zumindest das Reisebüro First Business Travel in Ludwigshafen gemacht. „Es scheint je nach Kanal unterschiedliche Verfügbarkeiten zu geben“, sagt Geschäftsführer Frank Jochim und kann gleich auf zwei Beispiele verweisen.

So hatte er unter anderem für einen Firmenkunden Mitte Oktober Flüge ab Friedrichshafen über Frankfurt nach Kopenhagen und zurück ebenfalls via Frankfurt nach Düsseldorf gesucht. Während er auf der LH-Homepage günstige Business-Saver-Tarife für 617 Euro fand, war diese Tarifkategorie auf dem Desktop-Tool SPRK, einer online-basierten Buchungsplattform von LH-Partner Farelogix speziell für Reiseagenten, nicht zu finden.

Auch bei einer weiteren Abfrage für einen Flug von Düsseldorf nach Kopenhagen sowie zurück von Billund nach Düsseldorf wiesen die Lufthansa-Homepage und das SPRK-Portal laut Reisebüro-Chef Jochim unterschiedliche Verfügbarkeiten auf.

Bei der Lufthansa kann man den Tarifunterschied – dokumentiert durch entsprechende Screenshots – eigenen Angaben zu Folge nur „schwer nachvollziehen“. System stecke jedenfalls nicht hinter diesen unterschiedlichen Verfügbarkeiten, beteuert man auf Nachfrage beim Kranich-Carrier. Es handele sich nicht um eine gezielte Steuerung oder ähnliches, so ein LH-Sprecher gegenüber fvw. Sobald über einen Kanal eine Buchung getätigt werde, verändere sich entsprechend die Verfügbarkeit in kürzester Zeit, versucht sich die Airline an einer Erklärung. (MAJ)

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