Vorbeigerauscht

Betrunkener Lokführer verpasst Halt in Wittenburg

Mit 2,5 Promille rauscht ein ICE-Lokführer an Wittenberg vorbei. Die Polizei holt den Mann aus dem Zug, seinen Führerschein für die Bahn ist er vorerst los. Drohen ihm weitere Konsequenzen?

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10.01.2019, 14:00 Uhr
Der Hauptbahnhof von Wittenberg überführte einen betrunkenen Lokführer – er stoppte dort einfach nicht.
Foto: André/wikimedia, CC BY-SA 4.0

Die ruckelige Fahrweise des ICE lässt den Zugchef misstrauisch werden, dann rauscht der Zug auch noch am geplanten Halt in Wittenberg vorbei: In Sachsen-Anhalt ist ein betrunkener Lokführer aus dem Zug geholt worden. Ein erster Test ergab einen Atemalkoholwert von knapp 2,5 Promille, wie Bundespolizei-Sprecherin Chris Kurpiers sagte. Die Bahn nahm dem 49-Jährigen den Triebfahrzeug-Führerschein ab und kündigte Konsequenzen an. Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn forderte: „Wer so erwischt wird, ist die längste Zeit seines Lebens Lokführer gewesen.“

Was war passiert? Der ICE 993 von Hamburg nach Leipzig hätte am Dienstagabend um 22.11 Uhr in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) halten sollen. Doch der Lokführer rauscht einfach durch den Bahnhof durch. Der Zugbegleiter, dem bereits zuvor eine ungewöhnlich ruckelige Fahrweise des Zugs aufgefallen war, wendet sich an zwei Bundespolizisten, die in dem ICE auf der Heimfahrt von Berlin sind. Sie alarmieren Kollegen der Landespolizei, die den betrunkenen Lokführer beim nächsten Halt wenig später in Bitterfeld aus dem Zug holen. So schildert Bundespolizei-Sprecherin Kurpiers den Vorfall.

Reisende, die in Wittenberg aussteigen wollten, mussten mit dem nächsten Zug zurückfahren. Ein neuer Lokführer übernahm den ICE 993, mit etwa 65 Minuten Verspätung erreichte er sein Ziel Leipzig. Einen ähnlichen Fall mit so stark betrunkenem Lokführer habe sie noch nicht erlebt, sagte Kurpiers. Zuvor hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ über den Vorfall berichtet.

Der Mann werde bis auf Weiteres nicht mehr eingesetzt, sagte ein Bahn-Sprecher in Leipzig. Sein Führerschein wurde dem Eisenbahnbundesamt übergeben. Um ihn wiederzubekommen, müsse der 49-Jährige ähnlich wie im Straßenverkehr umfassende medizinische und psychologische Tests machen. Für Lokführer gelte eine strikte Null-Promille-Grenze. „Jeder Lokführer weiß seit seiner Einstellung, dass Alkohol im Dienst gar nicht geht“, sagte der Sprecher.

 
 
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