Systemschwäche

Bei Lufthansa entfallen mehr als 60 Flüge am Tag

Die Flugstreichungen sind noch immer nicht von der Tagesordnung. Das Niveau liegt bei der LH Group noch immer über Vorjahr.

17.10.2018, 08:48 Uhr

Bei Lufthansa fallen nach eigenen Angaben im Schnitt pro Tag mehr als 60 Flüge aus. Konzernweit seien in diesem Jahr etwa 18.000 Liniendienste gestrichen worden, was einer zweiwöchigen Schließung des größten Lufthansa-Drehkreuzes in Frankfurt entspreche, sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister dem „Hamburger Abendblatt“. Zusätzlich habe es zahlreiche Verspätungen gegeben, die dazu führten, dass Passagiere ihre Anschlussflüge nicht erreichen konnten. Der Manager kündigte an, mehr Reservemaschinen einzusetzen, damit es zu weniger Verspätungen kommt.

Den Ärger der Passagiere verstehe er, sagte Hohmeister: „Unsere Kunden erwarten zu Recht Zuverlässigkeit von uns.“ Seit diesem Sommer gebe es zwei Reserveflugzeuge in Frankfurt. Aber das reiche nicht, um die angespannte Situation am Boden und in der Luft zu kompensieren. „Wir werden die Zahl weiter erhöhen – übrigens auch in München“, sagte Hohmeister.

Ein Großteil der Ursachen für Ausfälle und Verspätungen liege nicht bei den Airlines, sondern an anderer Stelle – zum Beispiel bei der Flugsicherung, den Sicherheitskontrollen oder der Gepäckbeförderung. Hohmeister forderte eine gerechtere Aufteilung der Verspätungskosten innerhalb der Branche: „Wir werden auch mit unseren Systempartnern wie Flughäfen und Flugsicherungen über die Gebühren sprechen.“

Der LH-Konzern hatte bereits im Sommer seine Kunden um Entschuldigung für die massenhaften Verspätungen und Flugausfälle gebeten. Die Stammgesellschaft Lufthansa hatte nach früheren Angaben bereits im ersten Halbjahr 2018 mehr Flüge gestrichen als im gesamten Vorjahr. Neben des schlechten Wetters und fortgesetzten Fluglotsen-Streiks hatte Lufthansa seinerzeit auch Engpässe an Flughäfen und bei den Flugsicherungen als Gründe genannt. (dpa)

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