Streik in Deutschland

Ryanair-Chef bezeichnet Forderungen der Gewerkschaften als „aberwitzig“

Die Forderung deutscher Gewerkschaften nach höheren Gehältern hält Ryanair-Chef Michael O'Leary für überzogen. Eine Fortsetzung des Streiks könne das Geschäft in Deutschland zerstören, heißt es von der Airline.

12.09.2018, 15:51 Uhr
Ryanair-Chef Michael O'Leary hält die Forderungen der Gewerkschaften für überzogen.
Foto: imago stock&people

Der Chef der irischen Billig-Airline Ryanair, Michael O'Leary, hat die Forderungen deutscher Gewerkschaften teilweise als „aberwitzig“ bezeichnet. Das sagte der Ryanair-Chef bei einer Pressekonferenz in London. Piloten und Kabinenpersonal waren am heutigen Mittwoch dem Aufruf der Vereinigung Cockpit und Verdi gefolgt und hatten die Arbeit für einen ganztägigen Streik niedergelegt. Sie fordern unter anderem höhere Gehälter.

Raum für eine Annäherung sah O'Leary trotz des Streiks nicht. Die Fluggesellschaft sei den Mitarbeitern bereits in allen wichtigen Punkten entgegengekommen. Das einzige, was man abgelehnt habe, sei die „aberwitzige“ Forderung nach höheren Gehältern. „Wir werden nicht nachgeben“, sagte O'Leary. Er rief die Gewerkschaften auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Den Vorwurf, streikende Mitarbeiter mit Jobstreichungen zu bedrohen, wies O'Leary zurück. „Es werde nicht wegen eines Streiktags zu Kürzungen kommen“ sagte O'Leary. Sollte es aber weitere Streiktage geben, könnte das Folgen haben.

Zuvor hatte Ryanair erneut mit dem Abzug von Flugzeugen und Jobs gedroht. Fortgesetzte Streiks über viele Tage in den kommenden Monaten würden das Geschäft in Deutschland zerstören, sagte Organisationschef Peter Bellew der Deutschen Presse-Agentur. Das könnte das Unternehmen dazu bringen, einzelne Flugzeuge aus den kleineren, ertragsschwächeren Standorten herauszunehmen. An die Schließung ganzer Flug-Basen sei hingegen eher nicht gedacht.

Grundsätzlich wolle Ryanair in Deutschland aber wachsen, erklärte Bellew. An den Hauptstandorten wie Frankfurt und Berlin habe man ein starkes Geschäft und wolle auch im übrigen Land seinen Anteil an dem von Lufthansa beherrschten Markt weiter ausbauen.

Der Manager zeigte sich optimistisch, mit den Gewerkschaften bald wieder ins Gespräch zu kommen. „Unsere Tür ist offen.“ Man habe noch in den letzten Tagen umfassende Angebote zu vielen Themen gemacht, die von den Gewerkschaften wohl wegen des bereits vorbereiteten Streiks nicht mehr wahrgenommen worden seien. „Das scheint der Weg zu sein, wie solche Dinge in Deutschland funktionieren. Wir nehmen das nicht persönlich.“

An diesem Mittwoch habe der um 150 auf 250 Flüge reduzierte Flugplan in Deutschland gut funktioniert, sagte Bellew. Weitere Flugstreichungen werde es voraussichtlich nicht geben. Mehr als 90 Prozent der verbliebenen Flüge seien am Morgen pünktlich gestartet. Für den morgigen Donnerstag erwarte er keine Störungen, weil das Personal angekündigt hat, die Arbeit wieder aufzunehmen. (dpa)

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