Staatseinfluss

Frankreich hält an Air-France-Aktien fest

An 15 Tagen wurde Air France dieses Jahr bereits bestreikt. Der Tarifkonflikt ist nicht gelöst. Dennoch schließt Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire einen baldigen Verkauf der Staatsbeteiligung aus.

von dpa, 28.09.2018, 08:44 Uhr

„Im Moment ist davon nicht die Rede“, sagte er am Donnerstag dem Sender Franceinfo. Die „Financial Times“ hatte den neuen Konzernchef Benjamin Smith zuvor mit der Aussage zitiert, Regierungsvertreter hätten klargemacht, dass sie die Anteile „zur richtigen Zeit“ abgeben würden.

Le Maire sagte indes, ein Verkauf der gut 14-prozentigen Beteiligung Frankreichs an der Fluggesellschaft gehöre nicht „zu den Optionen, die heute auf dem Tisch liegen“. „Man muss Air France zuerst sanieren, Air France muss wieder Gewinne machen. Der Staat wäre ein sehr schlechter Verwalter, wenn er anfangen würde, seine Anteile an einem Unternehmen zu verkaufen, das nicht auf der Höhe seiner Form ist.“

Ein langwieriger Tarifkonflikt in Frankreich hatte das französisch-niederländische Unternehmen in eine schwere Krise gestürzt, im Mai war Konzernchef Jean-Marc Janaillac zurückgetreten. Er hatte später in einem Interview die Staatsbeteiligung kritisiert, weil sie manchen Beschäftigten den Eindruck einer Unverwundbarkeit des Unternehmens gebe.

Im Sommer hatte der Hotelkonzern Accor einen Einstieg bei der Fluggesellschaft erwogen, dies dann aber wieder fallengelassen. Es war spekuliert worden, er könnte die Staatsanteile erwerben.

Der Kanadier Benjamin Smith steht seit Mitte des Monats bei Air France-KLM am Ruder. Am Donnerstag übernahm er übergangsweise bis maximal Ende des Jahrs zudem die Führung der französischen Sparte Air France, wie das Unternehmen bekanntgab. Der bisherige Chef Franck Terner trat zurück. Verwaltungsratschefin Anne-Marie Couderc bezeichnete es laut Mitteilung als eine Priorität für Smith, den Tarifstreit bei Air France zu lösen. Mitarbeiter hatten im ersten Halbjahr an 15 Tagen für eine größere Gehaltserhöhung gestreikt, was den Konzern 335 Mio. Euro kostete. (dpa)

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