Schmerzensgeld

Hinterbliebene des Germanwings-Absturzes weiten Klage aus

Vor fast vier Jahren starben beim Absturz einer Germanwings-Maschine in den Alpen alle 150 Insassen. Seit 2017 wollen Hinterbliebene vor Gericht ein höheres Schmerzensgeld durchsetzen. Ihre Klage haben sie nun auf den Billigflieger-Mutterkonzern ausgeweitet.

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07.01.2019, 14:32 Uhr
Am Fuße des Berges, an dem der Germanwings-Jet zerschellte, erinnert ein Gedenkstein an den fatalen Flugunfall.
Foto: imago/imagebroker

Hinterbliebene des Germanwings-Absturzes mit 150 Toten nehmen bei ihrer Klage auf höheres Schmerzensgeld jetzt auch den Lufthansa-Konzern direkt ins Visier. Seit 2017 klagen fast 200 Angehörige von 42 Todesopfern am Landgericht Essen.

Die Klage richtete sich bislang gegen eine Flugschule der Germanwings-Konzernmutter Lufthansa in den USA, an der der Copilot der Unglücksmaschine ausgebildet wurde. Ende 2018 sei die Klage nun erweitert worden, wie Hinterbliebenen-Anwalt Elmar Giemulla sagte. Sie richte sich jetzt auch gegen die Deutsche Lufthansa AG. Ein Gerichtssprecher bestätigte nun den Eingang der Klageerweiterung.

Der den Ermittlern zufolge psychisch kranke Copilot soll den Airbus am 24. März 2015 absichtlich in einen Berg in den französischen Alpen geführt haben. Alle 150 Menschen an Bord starben. Seine Ausbildung an der Flugschule hatte der Copilot wegen einer schweren Depression nur mit einer Sondergenehmigung unterbrechen können. Die Kläger werfen der Flugschule Versäumnisse vor.

Die Lufthansa hatte nach dem Unglück bereits Zahlungen geleistet. Diese sind nach Auffassung der klagenden Hinterbliebenen aber zu niedrig. Nach früheren Angaben der Fluggesellschaft erhielten nächste Angehörige pro Person 10.000 Euro Schmerzensgeld. Nach Angaben des Berliner Anwalts Elmar Giemulla klagen die Angehörigen auf die Zahlung weiterer 30.000 Euro. Für jedes Todesopfer haben die Angehörigen außerdem 25.000 Euro sogenanntes vererbbares Schmerzensgeld erhalten. Hier soll die Lufthansa weitere 25.000 Euro je Opfer zahlen.

 
 
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