Pünktlichkeitsprobleme

Fast ein Drittel der Fernzüge im August verspätet

Bei den Fernzügen der Deutschen Bahn nehmen die Verspätungen weiter zu. Ein interner Brief von Vorstandschef Richard Lutz wirft ein Schlaglicht auf mangelnde Abstimmung zwischen den Geschäftsfeldern.

von dpa, 07.09.2018, 14:47 Uhr
In den Hitzemonaten sammelten sich bei der Bahn viele Fahrzeugstörungen an.
Foto: Deutsche Bahn AG/Max Lautenschläger

Die Fernzüge der Deutschen Bahn haben sich im August noch häufiger verspätet als zuvor. Drei von zehn ICE und Intercitys kamen unpünktlich ans Ziel. Die Pünktlichkeitsquote lag bei 69,8 Prozent nach 72,1 Prozent im Juli und 74,7 Prozent im Juni, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Konzernkreisen erfuhr. Seit 2015 ist das der schlechteste August-Wert überhaupt. Damals kam die Bahn auf 69,3 Prozent. Vorstandschef Richard Lutz richtete einen dringenden Appell an seine Führungskräfte, den negativen Trend umzukehren.

„Wie schon im Vormonat führte die anhaltende Hitzeperiode auch im August zu mehr Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur“, hieß es bei der Bahn zur Begründung der häufigeren Verspätungen. „Verschärft wurde die Situation durch zahlreiche Brände in Gleisnähe, die viele Verspätungen und Umleitungen nach sich zogen.“ Die Bahn konzentriere ihre Anstrengungen derzeit darauf, „die in den beiden Hitzemonaten angesammelten Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur nun zügig abzuarbeiten und im September wieder pünktlicher unterwegs zu sein“.

Pünktlich ist ein Zug nach DB-Definition, wenn er weniger als sechs Minuten nach der im Fahrplan angegebenen Zeit ankommt. Im Regionalverkehr verbesserte sich die Pünktlichkeit im August um 0,2 Punkte auf 94,3 Prozent leicht, unter anderem durch pünktlichere S-Bahnen.

Der Vorstand um Lutz kündigte in einem der dpa bekannt gewordenen Brief an die Führungskräfte an, der schlechten Pünktlichkeit entschieden entgegenzutreten. „Das sind wir nicht nur unseren Kunden, sondern auch unseren Mitarbeitern schuldig.“

Lutz will die Eisenbahn in Deutschland operativ stärker aus dem Konzernvorstand heraus steuern. Die einzelnen Geschäftsfelder müssten noch weitaus enger zusammenarbeiten, es dürfe keine Ressort-Egoismen mehr geben. Das Gesamtwohl der DB sowie das Wohl der Fahrgäste müssten im Vordergrund stehen.

Das ursprüngliche Ziel von 82 Prozent pünktlicher Fernzüge hatte Lutz im Juli aufgegeben. Stattdessen sei mit einer Quote von unter 80 Prozent zu rechnen. „Wir erwarten eine Trendwende zum Besseren im zweiten Halbjahr“, sagte er bei Vorstellung der Halbjahresbilanz. (dpa)

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