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Abgestürzter Lion-Air-Jet hatte früher Instrumenten-Probleme

Einen Tag nach dem Absturz der B-737 in Indonesien wurde nun bekannt, dass es vor kurzem bei einem Flug technische Schwierigkeiten mit den Instrumenten im Cockpit gegeben hatte. Inwieweit dies zu dem Unglück beitrug, ist noch unbekannt.

30.10.2018, 09:59 Uhr

Bei der abgestürzten indonesischen Passagiermaschine der Fluggesellschaft Lion Air hat es bei einem früheren Flug Probleme mit der Instrumentenanzeige im Cockpit gegeben. Nach Informationen des britischen Senders BBC und der Unfallforscher-Website Aviation Safety übermittelte die Technik der Boeing B-737 bei einem Flug am Sonntag fehlerhafte Daten zu Flughöhe und Geschwindigkeit. Der Vorstandschef von Lion Air, Edward Sirait, bestätigte der dpa am heutigen Dienstag, dass es solche Schwierigkeiten mit der Anzeige im Cockpit gegeben habe. „Aber die Probleme wurden über Nacht gelöst. Lassen Sie uns die Untersuchung abwarten.“ Nach dem Absturz mit vermutlich 189 Toten am Montag ermittelt jetzt die indonesische Luftverkehrsaufsicht KNKT.

BBC und Aviation Safety zitierten aus einem internen Bericht über einen Flug mit der Maschine am Sonntag von Bali in Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Darin heißt es: „Fluggeschwindigkeit unzuverlässig und nicht übereinstimmende Höhe nach dem Start.“ Aviation Safety zufolge gab es ähnliche Probleme auch bei dem Flug am Montag. Die Maschine war nur wenige Minuten nach dem Start in Jakarta auf dem Weg zur Nachbarinsel Bangka ins Meer gestürzt. Die Behörden haben praktisch keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. Bislang war bekannt, dass der Pilot der Maschine einen Notfall meldete und umkehren wollte. Kurz darauf brach der Kontakt ab.

Nach dem Absturz des Boeing-Jets haben Spezialisten den Meeresboden der Javasee weiter nach Trümmern des Flugzeugs abgesucht. Dabei setzten sie am vermuteten Absturzort Tauchroboter ein, wie die Agentur Antara am heutigen Dienstagmorgen berichtete. Zunächst seien einzelne Wrackteile und später auch Leichenteile gesichtet und geborgen worden. „Wir haben schon zehn Säcke mit Körper- und Wrackteilen geborgen“, sagte Made Oka, Sprecher der nationalen Rettungsbehörde. „Aber die genaue Position des Flugzeugrumpfes ist noch nicht bekannt.“

Indonesiens Staatspräsident Joko Widodo wollte sich zunächst nicht zur Verantwortung der Fluggesellschaft äußern. „Jetzt konzentrieren wir uns darauf, den Flugzeugrumpf und die Opfer zu finden“, sagte er am Montagabend in Jakarta. Über eventuelle Maßnahmen gegen Lion Air müsse zu diesem Zeitpunkt nicht gesprochen werden. Widodo lehnte auch Spekulationen über Ursachen des Absturzes ab. Sobald die Black Boxes – die Flugschreiber mit Aufzeichnungen aus dem Cockpit – gefunden und ausgewertet seien, könne die Diskussion fortgesetzt werden. (dpa)

Mehr als 180 Opfer (Update)
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Kurz nach dem Start in Jakarta stürzt ein Jet der Lion Air ins Meer. An Bord: mehr als 180 Menschen. Die Hoffnung, Überlebende zu finden, ist gering. mehr

 
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