„Kriegserklärung“

Piloten wettern gegen Ryanair-Stationsschließungen

Piloten-Gewerkschaften werten das aktuelle Verhalten des Ryanair-Managements als kontraproduktiv. Stationsschließungen seien eine Strafmaßnahme gegen Streiks.

12.10.2018, 14:22 Uhr

Der Ton im Tarifstreit beim Billigflieger Ryanair wird rauer. Als „Kriegserklärung“ werten Gewerkschaften die jüngste Ankündigung der Fluggesellschaft, ihre Basis in Bremen mit zwei stationierten Flugzeugen zu schließen und in Weeze nahe der niederländischen Grenze zwei von fünf Maschinen abzuziehen.

„Eine Station zu schließen und die Angestellten in ein anderes Land zu versetzen, ist mit dem sozialen Dialog nicht kompatibel“, erklärte Arthur van de Hudding, Präsident der niederländischen Piloten-Gewerkschaft VNV, nun in einer Mitteilung der deutschen Piloten-Gewerkschaft VC. „Wir sehen das als Kriegserklärung und absolut im Widerspruch zu allen Behauptungen, man wolle verhandeln.“ Ryanair bestreitet das: Die Schließungen seien „auf ungünstige Marktbedingungen“ zurückzuführen, erklärte Marketingchef Kenny Jacobs. Laut Ryanair sind das etwa gestiegene Ölpreise.

Von Piloten und Flugbegleitern würden die angekündigten Maßnahmen als Strafe für die jüngsten Streiks wahrgenommen, heißt es in der Mitteilung. Ryanair hatte einen solchen Zusammenhang bestritten. Die Gewerkschaftsvertreter sprachen jedoch von einem „aggressiven Schachzug des Ryanair-Managements“. Der Präsident der Vereinigung Cockpit (VC), Martin Locher, kritisierte: „Falls Ryanair es ernst meint damit, bis Weihnachten Abkommen zu treffen, dann ist so ein Verhalten überhaupt nicht hilfreich.“

Die Androhung weiterer Streiks bei Europas größtem Billigflieger steht nach wie vor im Raum. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen. (dpa)

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