Indonesischer Billigflieger (Update)

Blackbox von abgestürztem Lion-Air-Jet geborgen

Drei Tage nach dem Absturz einer indonesischen Passagiermaschine mit 189 Todesopfern haben Suchteams Teile des Flugschreibers aus dem Meer geborgen.

01.11.2018, 07:15 Uhr
Immer mehr Wrackteile der abgestürzten Boeing B-737max8 werden geborgen.
Foto: imago/ZUMA Press

Nach tagelanger Suche haben Taucher vor Indonesiens Küste den Flugdatenschreiber der abgestürzten Passagiermaschine geborgen. Das Gerät wurde an der Unglücksstelle nahe der Insel Java aus dem Wasser gezogen. Die Ermittler erhoffen sich davon Aufschluss, ob die Boeing B-737 des Billigfliegers Lion Air am Montag tatsächlich wegen technischer Probleme kurz nach dem Start ins Meer stürzte. Bei dem Unglück kamen alle 189 Insassen ums Leben.

(Update) Indonesiens Regierung lässt nun alle Flugzeuge der gleichen Baureihe – Boeing 737max8 – überprüfen. Sie verzichtete jedoch darauf, ein vorläufiges Flugverbot für diese Maschinen zu verhängen. Zudem sollen die Sicherheitskonzepte aller Billigflieger überprüft werden. Der Technik-Chef von Lion Air – Indonesiens größtem Billigflieger – wurde entlassen.

Bei dem geborgenen Gerät handelt es sich nach Angaben von Ermittlern um den sogenannten Flight Data Recorder (FDR), der die Flugdaten aufzeichnet. Nach dem Stimmenrekorder, der die Gespräche im Cockpit mitschneidet, wurde noch gesucht. Die Ermittler sind aber zuversichtlich, auch ihn orten zu können. Das Wrack der erst zweieinhalb Monate alten Maschine liegt etwa 15 Kilometer vor der Küste im Meer, in etwa 30 Meter Tiefe.

Hoffnung, noch Überlebende zu finden, gibt es keine mehr. An Bord waren 181 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Die Boeing hatte wenige Minuten nach dem Start in der Hauptstadt Jakarta dramatisch an Höhe verloren und war ins Meer gestürzt. Vermutet wird, dass technische Probleme die Ursache dafür waren. Erst am Tag zuvor hatte es in der Unglücksmaschine bei einem anderen Flug Schwierigkeiten mit Instrumentenanzeigen im Cockpit gegeben.

Lion-Air-Chef Edward Sirait bestätigte dpa, dass die Computer sowohl zu Flughöhe als auch zur Geschwindigkeit widersprüchliche Angaben machten. Sirait blieb jedoch bei seiner Darstellung, dass die Probleme „über Nacht gelöst“ worden seien. „Lassen Sie uns die Untersuchung abwarten“, sagte er. Die Ermittlungen führt die indonesische Luftverkehrsaufsicht KNKT. (dpa)

Neue Details
(0)

Abgestürzter Lion-Air-Jet hatte früher Instrumenten-Probleme

Einen Tag nach dem Absturz der B-737 in Indonesien wurde nun bekannt, dass es vor kurzem bei einem Flug technische Schwierigkeiten mit den Instrumenten im Cockpit gegeben hatte. Inwieweit dies zu dem Unglück beitrug, ist noch unbekannt. mehr

 

Mehr als 180 Opfer (Update)
(0)

Boeing-Jet in Indonesien abgestürzt

Kurz nach dem Start in Jakarta stürzt ein Jet der Lion Air ins Meer. An Bord: mehr als 180 Menschen. Die Hoffnung, Überlebende zu finden, ist gering. mehr

 
0

Neues Top-Event für Airliner

EU-Luftfahrt am Scheideweg?

Am Himmel wird es enger denn je. Wie geht es weiter? Antworten gibt das European Aviation Symposium vom 29. bis 30. Januar in München. Diskutieren Sie mit hochkarätigen Experten und Top-Speakern eine der spannendsten Marktentwicklungen in der europäischen Wirtschaft.

 

Zuletzt kommentiert

  1. 1. Kabinenbeschäftigte (Update)
    (0)
    Verdi bereitet Streiks bei Eurowings vor Letzter Kommentar: 16.11.2018 von Dietmar Rauter
  2. 2. Aerticket-Chef Klee kritisiert Vertrieb
    (0)
    Reisebüros verschlafen gute Zusatzgeschäfte Letzter Kommentar: 16.11.2018 von Dietmar Rauter
  3. 3. Forderungen an Aida
    (0)
    Best-Reisen setzt sich für Austausch bei Kundendaten ein Letzter Kommentar: 16.11.2018 von Andreas Schulte
  4. 4. Air Conso
    (0)
    Schmetterling entwickelt eigenen Flug-Consolidator Letzter Kommentar: 14.11.2018 von Arnold Heggemann
  5. 5. Provisionsdebatte
    (0)
    Reisering will Ameropa aus Sortiment streichen Letzter Kommentar: 14.11.2018 von Christoph Peters
 

Das Archiv der dfv Mediengruppe bietet Ihnen bequemen Zugriff auf alle Ausgaben des fvw Magazins seit 1996. im Print-Archiv suchen

 
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten