Gewerkschaftsmeinung

Bodenfirmen tragen Mitschuld am Flugchaos

Viele Fluggäste ärgern sich diesen Sommer über lange Warteschlangen, Verspätungen und Streichungen. Die Gewerkschaft Verdi macht für diese Probleme an deutschen Flughäfen auch die Arbeitsbedingungen von Kollegen am Boden verantwortlich.

von DPA, 21.08.2018, 14:08 Uhr
Lange Warteschlangen sind wie hier am Hamburger Flughafen in diesem Sommer keine Seltenheit.
Foto: Andre Lenthe/Toufo.de

Firmen, die etwa Gepäckabfertigung oder Boarding organisierten, würden „zu wenig Personal beschäftigen und zu schlecht bezahlen“, kritisierte Verdi. Es gebe einen Wettbewerb um die niedrigsten Lohnkosten und den knappsten Personaleinsatz.

Viele Fluggäste beklagen zurzeit lange Warteschlangen, Verspätungen und Streichungen. Die Luftverkehrsbranche begründete das unter anderem mit Streiks, Wetter, langen Sicherheitskontrollen und fehlenden Kapazitäten im Luftraum. Flughäfen und Dienstleister tun sich laut Gewerkschaft aber auch schwer, Bodenpersonal zu finden.

Die Gewerkschaft forderte daher bessere Arbeitsbedingungen und einen Branchentarifvertrag. Unternehmen müssten auch Sprachkurse während der Arbeitszeit ermöglichen. Es würden zunehmend Mitarbeiter aus dem Ausland eingestellt, sagte eine Gewerkschafterin. Neue Kollegen etwa aus Kroatien und Griechenland könnten öfter noch kein Deutsch, würden aber zum Beispiel Flugzeuge mit Gefahrgut beladen.

Das Unternehmen Wisag, das etwa in Frankfurt und Berlin Bodenverkehrsdienste anbietet, weist den Vorwurf zurück. An allen Flughäfen würden Tarifverträge gelten, sagte eine Sprecherin. Wisag unterstütze auch die Forderung nach einem Branchentarifvertrag und sei maßgeblich an der derzeitigen Gründung des Arbeitgeber-Verbandes der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL) beteiligt.

Der Vorwurf fehlender Sprachkenntnisse sei nur begrenzt nachvollziehbar, erklärte die Wisag-Sprecherin. Gesetzliche Parameter würden am Flughafen die Mindestanforderungen regeln. Das werde auch überprüft. Wisag biete auch zusätzliche Sprachkurse an. (dpa)

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