Flottenstillstand

Wo Carsharing noch seine Tücken hat

Irgendwo einsteigen, losfahren, irgendwo abstellen: Carsharing ohne feste Stationen ist praktisch und beliebt. Wer sein Leihauto allzu einsam parkt, bringt aber das ganze System ins Wanken.

Seite 1 von 3
02.01.2019, 08:59 Uhr
Immer das Fahrzeug am rechten Fleck? Im Free Floating kämpfen Car2go und DriveNow mit abseits abgestellten Wagen.
Foto: imago/Horst Galuschka

Randlage ist in Stuttgart eigentlich begehrt und teuer. Wer es sich leisten kann, meidet den engen Talkessel und wohnt lieber etwas abseits – mit entsprechendem Aufpreis, versteht sich. Bei Car2go, Daimlers Carsharing-Dienst, ist es neuerdings umgekehrt: Wer in ein eher einsam am Stadtrand abgestelltes Fahrzeug einsteigt, zahlt nun oft weniger als bisher. Wer hingegen zur Hauptverkehrszeit in der verstopften Innenstadt ein Car2go-Auto bucht, bekommt mehr berechnet. Randlagen-Rabatt gegen City-Zuschlag, und zwar nicht nur in Stuttgart, sondern überall in Deutschland.

Hinter der Änderung der Preispolitik steckt ein Problem, das es nicht nur hier und auch nicht nur bei Car2go gibt. Es plagt alle, die Carsharing nach dem sogenannten Free-Floating-Prinzip anbieten – also ohne feste Anmietstationen.

Für die Nutzer ist dieses Konzept ausgesprochen praktisch, weil sich oft gleich um die Ecke ein Leihauto findet und es nahezu überall innerhalb eines bestimmten Radius wieder abgestellt werden kann. Für die Anbieter aber hat das System einen Haken: Wird ein Fahrzeug in einer wenig frequentierten Gegend, meist irgendwo am Rand des Geschäftsgebiets, abgestellt, steht es dort unter Umständen stundenlang ungenutzt herum. Und wie bei Flugzeugen, Schiffen, Last- und Lieferwagen gilt auch beim Carsharing: Stillstand kostet Geld.

„Die Standzeiten der Fahrzeuge zu verkürzen, ist eine grundsätzliche Herausforderung des Free-Floating-Konzepts, je nach Stadt mal mehr und mal weniger“, sagt ein Sprecher von Car2go. Die Frage sei: „Wie bekommt man die inaktiven Fahrzeuge aus den Bereichen mit geringer Nachfrage heraus – und in Bereiche mit höherer Nachfrage herein?“ Denn steuere man nicht aktiv gegen, gebe es irgendwann zu viele inaktive Autos in Randgebieten – und an den Hotspots der Innenstädte, wo sie gebraucht würden, nicht mehr genug.

 
 
1 spacer 2 spacer 3
0

Das Top-Event für Airliner

EU-Luftfahrt am Scheideweg?

Am Himmel wird es enger denn je. Wie geht es weiter? Antworten gibt das European Aviation Symposium vom 29. bis 30. Januar in München. Diskutieren Sie mit hochkarätigen Experten und Top-Speakern eine der spannendsten Marktentwicklungen in der europäischen Wirtschaft.

 

Zuletzt kommentiert

  1. 1. Geschäftsführer-Wechsel
    (0)
    Markus Daldrup steigt bei Trendtours ein Letzter Kommentar: 17.01.2019 von Rainer Jansen
  2. 2. Bahn-Krise
    (0)
    DB-Chefs zum Rapport beim Verkehrsminister einbestellt Letzter Kommentar: 17.01.2019 von Dietmar Rauter
  3. 3. Neuregelung
    (0)
    Lufthansa setzt ADM-Gebühren hoch Letzter Kommentar: 17.01.2019 von Alexander Kuchta
  4. 4. fvw Destination Germany Day
    (0)
    Norderney bindet Insulaner bei Tourismus ein Letzter Kommentar: 16.01.2019 von Michael Schroeder
  5. 5. An junge EU-Bürger
    (0)
    EU verschenkt 14.500 Tickets für Europa-Reisen Letzter Kommentar: 16.01.2019 von Dietmar Rauter
 

Das Archiv der dfv Mediengruppe bietet Ihnen bequemen Zugriff auf alle Ausgaben des fvw Magazins seit 1996. im Print-Archiv suchen

 
Folgen Sie uns:
Top
© 2019 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten