Ein Jahr nach dem Aus

Noch immer Jets im Air-Berlin-Design unterwegs

Ihren Flugbetrieb hat Air Berlin vor einem Jahr eingestellt. Und doch sind an europäischen Airports noch einige Maschinen mit Air-Berlin-Logo unterwegs. Dafür gibt es zwei Gründe.

26.10.2018, 14:20 Uhr
Immer noch heben Flieger mit Air-Berlin-Lackierung ab.
Foto: Air Berlin

Ein Jahr nach dem letzten Flug von Air Berlin sind noch immer Flugzeuge im rot-weißen Farbkleid des insolventen Unternehmens unterwegs. Sie sind aber längst für die LH-Tochter Eurowings im Einsatz. „Einige wenige Maschinen müssen noch auf ihre Eurowings-Lackierung warten. Das hängt damit zusammen, dass wir die Maschinen im Sommerflugplan nicht aus dem Programm nehmen wollten“, sagte eine Eurowings-Sprecherin auf Anfrage.

Außerdem sei es schwierig gewesen, für die Umlackierung Termine zu bekommen. Nach und nach sollen nun die letzten von insgesamt 77 übernommenen ehemaligen Air-Berlin-Flugzeugen umgespritzt werden. „Die Lackierung soll voraussichtlich Ende März kommenden Jahres abgeschlossen sein“, teilte die Sprecherin dpa mit.

Air Berlin hatte am 15. August 2017 Insolvenz angemeldet. Am 27. Oktober stellte sie ihren Flugbetrieb ein. Der letzte Flug brachte Passagiere von München nach Berlin. Das Unternehmen Air Berlin existiert aber weiterhin. Es seien derzeit noch 58 von einst 8000 Mitarbeitern beim Unternehmen in Berlin beschäftigt, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters Lucas Flöther, Christoph Möller. „Sie unterstützen den Insolvenzverwalter bei der Abwicklung des Unternehmens.“ Es gehe vor allem darum, die zahlreichen Forderungen von Gläubigern zu prüfen. In dem Insolvenzverfahren gibt es mehr als 1,3 Mio. Gläubiger, die meisten von ihnen sind Kunden von Air Berlin, deren Flüge in der Endphase nach dem Insolvenzantrag abgesagt wurden.

Kein Zeitplan für Börsen-Rückzug

Nach wie vor ist Air Berlin auch an der Börse notiert. Zuletzt pendelte der Aktienkurs zwischen einem und zwei Euro-Cent pro Anteilsschein. Zwar ist nach Worten Möllers ein Rückzug von der Börse geplant, dafür gebe es jedoch „keinen Zeitplan“. Aktionäre seien Gesellschafter, und deren Forderungen würden im Insolvenzverfahren nachrangig berücksichtigt, erläuterte der Sprecher.

Auch der Verkauf des Markennamens „Air Berlin“ dürfte ganz am Ende des Insolvenzverfahrens stehen. Bis auf weiteres werde der Name vor allem für eine Website als Anlaufstelle für die Gläubiger gebraucht. (dpa)

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