Airline-Verband

Iata warnt vor weiterem Verspätungschaos

Der Luftverkehr wächst weltweit weiterhin solide. Doch: Verspätungschaos und Ausfälle könnten Fluggäste auch im kommenden Jahr in Europa quälen – davor warnt der Chef des Airline-Verbands Iata, Alexandre de Juniac.

25.10.2018, 07:41 Uhr
Am Himmel über Europa wird es zusehends voller. Zur Bewältigung der Flugschwemme bräuchte es deutlich mehr Fluglotsen.
Foto: Gettyimages

Sowohl an den Flughäfen als auch im Fluglotsenbereich fehle es an den nötigen Investitionen, um den Betrieb angesichts steigender Passagierzahlen ordentlich zu regeln. Vor allem müssten mehr Fluglotsen rekrutiert und ausgebildet werden. „Es war ein furchtbarer Sommer, und ich sehe keine Verbesserungen für 2019“, sagt de Juniac.

Speziell für den Fall eines Brexit ohne Deal sagte der Iata-Chef Chaos an den Flughäfen voraus. Dann sei etwa unklar, ob Piloten überhaupt starten könnten, weil ihre Fluglizenz womöglich am Zielort nicht mehr gelte. „Wenn nicht bald etwas passiert, wird es ein Alptraum an den Flughäfen in Europa und in Großbritannien“, warnt de Juniac. Er schloss ein Szenario mit tausenden gestrandeten Kunden am 1. April 2019 nicht aus. Das ist der erste Tag nach dem voraussichtlichen Austritt Großbritanniens aus der EU.

Trotz allem rechnet der Verband damit, dass die Passagierzahlen sich in den nächsten 20 Jahren weltweit verdoppeln, auf sieben Milliarden im Jahr. Er geht von einer Wachstumsrate von 3,5 Prozent pro Jahr aus. Deutschland werde aber zwischen 2017 und 2037 vom sechsten auf den achten Platz der nach Passagierzahlen wichtigsten Airline-Märkte abrutschten. China löse die USA auf Platz eins ab, und Indien und Indonesien rückten anstelle von Großbritannien und Spanien auf die Plätze drei und vier. Insgesamt könnten im Jahr 2037 weltweit bis zu 8,2 Mrd. Passagiere unterwegs sein.

Die größte Zunahme gemessen in Passagierzahlen sieht die Iata bei Inlandsflügen in China, mit einem jährlichen Wachstum um 5,2 Prozent. International werden die Routen von Indien in die Vereinigten Arabischen Emirate am stärksten zulegen – um plus 7,8 Prozent –, gefolgt von China–Thailand und China–Japan.

Falls die USA ihre protektionistischen Maßnahmen zurückfahren und damit Impulse für Investitionen und Nachfrage geben sollten, könnten in 20 Jahren auch drei Mal so viele Passagiere wie heute unterwegs sein, schätzt die Iata. Das entspräche einem Wachstum von 5,5 Prozent im Jahr. Im umgekehrten Fall – einer Eskalation des Handelsstreits und weiterer Zölle – würde der Zuwachs auf 2,4 Prozent sinken. Der Verband vertritt 290 Fluggesellschaften aus 120 Ländern. (dpa)

Neue Top-Veranstaltung
(0)

Seien Sie beim European Aviation Symposium dabei

Sie wollen nicht nur über Airline-Themen lesen, sondern auch bei einer neuen Top-Veranstaltung der Luftfahrtbranche dabei sein? Am 29. und 30. Januar veranstalten fvw, Prologis und TIC das European Aviation Symposium in München. Zusammen mit Experten, Managern und Politikern werden die Entwicklungen im Markt detailliert beleuchtet. mehr Infos

 
0

Neues Top-Event für Airliner

EU-Luftfahrt am Scheideweg?

Am Himmel wird es enger denn je. Wie geht es weiter? Antworten gibt das European Aviation Symposium vom 29. bis 30. Januar in München. Diskutieren Sie mit hochkarätigen Experten und Top-Speakern eine der spannendsten Marktentwicklungen in der europäischen Wirtschaft.

 

Zuletzt kommentiert

  1. 1. Provisionsdebatte
    (0)
    TSS Group listet Ameropa Reisen aus Letzter Kommentar: 20.11.2018 von Falk Wehner
  2. 2. fvw Vertriebsklima-Index
    (0)
    Reisebüros sorgen sich um ihre Erträge Letzter Kommentar: 20.11.2018 von Dietmar Rauter
  3. 3. Neue Bundestagspetition
    (0)
    VUSR will gegen Fluginsolvenzen absichern Letzter Kommentar: 20.11.2018 von Rainer Maertens
  4. 4. Tarifstreit (Update)
    (0)
    Warnstreik trifft Eurowings in Düsseldorf hart Letzter Kommentar: 20.11.2018 von Dietmar Rauter
  5. 5. Zu viele Verspätungen
    (0)
    Deutsche Bahn tauscht Fernverkehr-Vorstand aus Letzter Kommentar: 20.11.2018 von Andreas Schlehuber
 

Das Archiv der dfv Mediengruppe bietet Ihnen bequemen Zugriff auf alle Ausgaben des fvw Magazins seit 1996. im Print-Archiv suchen

 
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten