„Hart aber fair“

Fruchtlose Diskussion über Massentourismus

„Wir Kreuzfahrer und Billigflieger – wer zahlt den Preis für den Massentourismus?“ Dieser Frage ging das ARD-Format „Hart aber fair“ am Montagabend nach. Ein wirkliches Ergebnis gab es erwartungsgemäß nicht. Aber dafür natürlich eine Menge meinungsstarker Akteure. Darunter auch ein alter Bekannter aus der Touristik.

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von Tobias Pusch, 04.09.2018, 15:00 Uhr
Moderator Frank Plasberg mit seinen Diskutanten.
Foto: WDR/Dirk Borm

Schon der Anfang der Sendung ließ vermuten: Heute Abend geht es vor allem um Polemik und Populismus. Denn gleich zum Auftakt führte Moderator Frank Plasberg mit einem ziemlich angespitzten Statement zum Thema hin: „Es geht nicht darum Ihnen Ihren Sommerurlaub nachträglich mies zu machen, aber wir wollen offen aussprechen, was Sie heimlich wahrscheinlich auch schon denken: Überfüllung überall dort wo es schön ist und Mega-Stress schon am Flieger.“

Eingeladen waren fünf Diskutanten, nämlich der in Venedig wohnende Dirk Schümer (Europakorrespondent der „Welt“), Harald Schmidts Ex-Assistent Manuel Andrack, Greenpreace-Sprecherin Sweelin Heuss, Mallorca-Schlagersänger Matthias Distel alias „Ikke Hüftgold“ sowie das ehemalige TUI-Vorstandsmitglied Karl Born. Im Publikum saß zudem als Experte Matthias Morr, Gründer des Youtube-Kanals „Schiffstester“.

Mit Schreckensbildern überfüllter Destinationen wurde die erste Themenrunde eingeläutet. Am Beispiel Venedig ritt „Welt“-Korrespondent Schümer die erste Attacke. „Täglich fallen bis zu 80.000 Besucher in die Stadt ein. Dafür ist die Infrastruktur nicht gemacht.“ Die Anwohner zahlten dafür den Preis. „Wer einkaufen will, muss den Wecker stellen. Nach 9 Uhr geht das nicht mehr.“ Das Gedränge in den Gassen sei dann schlicht zu groß.

Greenpeace-Sprecherin Heuss hat vor 15 Jahren in Venedig geheiratet. „Aber jetzt ist die Stadt schwierig geworden. Die Billigflüge werden gern angenommen.“ Sie wolle das nicht verurteilen, „aber brauchen wir einen Massenmarkt, der durch Kerosin entsteht, das nicht besteuert wird? Da ist etwas nicht in Ordnung und das schadet der Umwelt.“

Nun griff Karl Born in die Debatte ein, der auf Schümers Venedig-Sznario reagierte: „Die Städte wollen, dass die Touristen ihr Geld vorbei bringen aber es muss ja nicht persönlich sein“, sagte er sarkastisch. „Das ist ein Widerspruch.“ Das wiederum wolte Schümer nicht auf sich sitzen lassen, und verwies darauf, dass die Anwohner diese Ströme nicht wünschten. Es entsponn sich ein kurzes Wortgefecht darüber, welche Rolle die Politik spiele und wie die Bürger Paroli bieten könnten.

Auf die Frage, warum Menschen sich solch einen Urlaub inmitten von Menschenmassen überhaupt antäten, verwies Manuel Andrack auf die Anziehungskraft besonderer Orte. „Aber die Reise muss auch mit einem guten Verkehrsmittel erfolgen“, sagte er und drehte die Debatte in Richtung Billigflieger. „Diesen Urlaub bin ich mit Ryanair geflogen. Aber das mache ich nie wieder.“ Es blieb nicht die letzte Schelte für die Iren an diesem Abend.

 
 
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