US-Südostküste

Hurrikan „Florence“ wird schwächer

Hurrikan „Florence“ verliert an Kraft, doch die US-Behörden warnen trotzdem vor seiner todbringenden Zerstörungskraft. Sturmfluten, heftige Winde und Hochwasser könnten gewaltige Schäden an der Ostküste der USA anrichten.

von DPA, 13.09.2018, 10:53 Uhr

Der Hurrikan „Florence“ rückt trotz verminderter Windstärke mit großer Zerstörungskraft auf die Südostküste der USA zu. Mit Windgeschwindigkeiten von rund 175 Kilometern pro Stunde zieht der Sturm über den Atlantik, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in der Nacht mitteilte. Die Stärke des inzwischen auf Kategorie 2 von 5 herabgestuften Wirbelsturms werde sich nur noch geringfügig ändern, bis er auf Land treffe, hieß es weiter.

Die Behörde warnt dennoch vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und heftigen Regenfällen. Meteorologen hatten zuvor nicht ausgeschlossen, dass sich der Sturm zu einem Hurrikan der höchsten Stärke 5 entwickeln, also Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern erreichen könnte.

Die Menschen an der Südostküste der USA bereiten sich seit Tagen auf die Ankunft des Wirbelsturms vor. „Florence“ soll spätestens am Freitagmorgen auf die Küste der Bundesstaaten North Carolina oder South Carolina treffen. Mehrere Bundesstaaten, die nationale Katastrophenschutzbehörde FEMA, die US-Streitkräfte und Versorgungsunternehmen arbeiten rund um die Uhr, um sich für das Schlimmste zu wappnen.

„Es könnte Rekordfluten geben“, sagte der amtierende Leiter des Hurrikan-Zentrums, Ed Rappaport. „Es wird ein Sturm werden, an den man sich erinnern wird. Ich hoffe, dass alle am Leben bleiben.“ Die Behörde warnte, eine lebensbedrohliche Sturmflut sei „sehr wahrscheinlich“ entlang Teilen der Küste von North und South Carolina. Überschwemmungen auch über längere Zeiträume würden erwartet.

US-Medien verglichen „Florence“ schon vor seiner Ankunft mit Wirbelstürmen wie „Katrina“, der 2005 Tod und Schrecken über die Südstaaten gebracht hatte.

Den Meteorologen gelang es zunächst nicht, den Weg des Hurrikans wegen dessen ungewöhnlicher Kurve exakt zu bestimmen. Je nach Rechenmodell könnten sich in der Schneise des Wirbelsturms neben Hunderttausenden Wohnhäusern bis zu sechs Kernkraftwerke und mehrere Sondermülldeponien befinden. Anlass zur Sorge gebe es wegen der Kraftwerke derzeit nicht, versicherte die Katastrophenschutzbehörde FEMA.

Auch viele Tiere mussten in Sicherheit gebracht werden, etwa Wasserschildkröten. Die Wildpferde-Herden auf den Outerbanks vor North Carolina – eine weltbekannte Touristenattraktion – bleiben wo sie sind. Nach Angaben der Behörden sind die Tiere durch ihre Instinkte gut gerüstet und begeben sich selbstständig außer Gefahr.

US-Medien sprachen von deutlich mehr als einer Million Menschen, die die Küstenregion verlassen sollten, und von insgesamt mehreren Millionen Betroffenen. Die Gebiete entlang der südlichen US-Atlantikküste glichen schon am Mittwoch Geisterstädten. Fenster und Türen waren verbarrikadiert, Läden und Supermärkte geschlossen, Hotels schickten ihre Gäste zurück.

Obwohl absehbar ist, dass der Sturm schwere Schäden anrichten dürfte, verbarrikadierten sich aus Furcht vor einer monatelang unmöglichen Rückkehr Hunderte Menschen in ihren Häusern – selbst auf den der Küste vorgelagerten Düneninseln, die den Fluten besonders stark ausgesetzt sein werden. Als sicher gilt, dass Hunderttausende Menschen nach Ankunft des Sturms ohne Elektrizität sein werden. Stromversorger haben Hunderte Spezialkräfte in die Region entsandt, um nach Einsturz von Strommasten die Versorgung wiederherzustellen.

Der Wirbelsturm selbst bewegt sich dagegen nur langsam vorwärts – zuletzt mit etwa 28 Kilometern pro Stunde. In der Schneise des Hurrikans liegen vor allem North Carolina und South Carolina, weiter nördlich auch Virginia. Meteorologen sagten zuletzt aber voraus, der Hurrikan könne noch etwas südlich eindrehen.

Die FEMA erklärte, der Hurrikan werde über Land zwar schnell an Kraft verlieren, starken Regen aber auch in Gebiete bringen, die nicht an der Küste liegen. Allerdings halten es die Meteorologen auch für möglich, dass das Zentrum des Sturms an der Küste entlangziehen und somit tagelang schwere Regenfälle in die Region bringen wird, ohne sich nennenswert abzuschwächen. (dpa)

US-Südostküste
(0)

Menschen fliehen vor Hurrikan „Florence“

Ein „Monster“ für die Küste: Die Warnungen vor dem Hurrikan „Florence“ sind eindringlich. Der Sturm nähert sich unaufhaltsam der Südostküste der USA. Die Zeit, vor dem Unwetter zu flüchten, läuft ab. mehr

 
0

Deutschlandtourismus

Overtourism zwingt zum Umdenken

fvw und CMT setzen dieses erfolgreiche Event bereits zum vierten Mal um. Das Leitthema in 2019: NEUE ROLLEN, NEUE MÄRKTE. Als Keynote-Speaker geht Burkhard Kieker (Visit Berlin) mit seinem Vortrag auf stadtverträglichen und nachhaltigen Tourismus ein. Welche Chancen haben die DMOs und welchen Herausforderungen müssen sie sich zukünftig stellen?

 

Zuletzt kommentiert

  1. 1. Großprojekte
    (0)
    Berlins Flughafen-Chef beklagt Überregulierung beim Bauen Letzter Kommentar: 12.11.2018 von Andreas Schulte
  2. 2. Norwegian Jade
    (0)
    Norwegian Cruise Line fährt 2019 nicht mehr ab Hamburg Letzter Kommentar: 12.11.2018 von Andreas W. Schulz
  3. 3. Reiseversicherer
    (0)
    Aus ERV wird Ergo Letzter Kommentar: 11.11.2018 von Dietmar Rauter
  4. 4. Automatische Entschädigung gefordert
    (0)
    EU-Rechnungsprüfer halten Passagierrechte für zu kompliziert Letzter Kommentar: 09.11.2018 von Alexander Six
 

Das Archiv der dfv Mediengruppe bietet Ihnen bequemen Zugriff auf alle Ausgaben des fvw Magazins seit 1996. im Print-Archiv suchen

 
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten