Nach Brücken-Einsturz

Rettungskräfte suchen in Genua weiter nach Überlebenden

Wie konnte das passieren? Nach der entsetzlichen Tragödie in Genua mehren sich Fragen nach der Ursache für den Einsturz der wichtigen Autobahnbrücke. Die Suche nach Überlebenden geht unterdessen weiter.

von DPA, 15.08.2018, 10:13 Uhr

Nach dem verheerenden Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua rückt die Frage nach der Ursache für die Katastrophe in den Fokus. Die Suche nach Überlebenden in den Trümmern ging auch in der Nacht zum heutigen Mittwoch weiter. Am Morgen lag die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer bei 35, wie das Innenministerium mitteilte. Unter den Opfern seien auch drei Minderjährige im Alter von acht, zwölf und 13 Jahren.

Am Dienstagmittag war während eines schweren Unwetters der Polcevera-Viadukt – auch Morandi-Brücke genannt – auf der Autobahn A10 in mehr als 40 Metern Höhe auf einem etwa 100 Meter langen Stück eingestürzt. Um die 30 Fahrzeuge waren zu der Zeit auf der Brücke unterwegs: Autos wurden in die Tiefe gerissen, Lastwagen stürzten in den Fluss Polcevera.

Die A10 ist nicht nur die berühmte Urlaubsverbindung „Autostrada dei Fiori“, sondern auch eine wichtige Verbindungsstraße nach Südfrankreich, in den Piemont und die Lombardei. Innenminister Matteo Salvini machte am gestrigen Dienstagabend die mangelnde Instandhaltung der Brücke für das Unglück verantwortlich. Die Verantwortlichen müssten für das Desaster bezahlen, „alles bezahlen, teuer bezahlen“, erklärte er. Der frühere Verkehrsminister Graziano Delrio sagte laut Nachrichtenagentur Ansa, es sei respektlos gegenüber den Opfern, politische Spekulationen aufzuwerfen.

Die Brücken-Katastrophe lässt in Italien die Alarmglocken schrillen. Laut der Tageszeitung „La Repubblica“ sind um die 300 Brücken und Tunnel marode. Grund dafür seien die veraltete Infrastruktur und die lückenhafte Instandhaltung.

Kritik gab es an dem nun eingestürzten Polcevera-Viadukt wegen hoher Baukosten schon seit seiner Erbauung. Doch auch kostspielige Renovierungen sorgten immer wieder für Diskussionen. Die Brücke, die im Westen von Genua unter anderem über Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet führt, hat eine Gesamtlänge von 1182 Metern. Zum Zeitpunkt der Tragödie waren laut Betreibergesellschaft Autostrade per Italia Bauarbeiten im Gange.

Nach dem Unglück waren mehr als 300 Rettungskräfte im Einsatz. In der Nähe der Brücke wurden nach dem Einsturz vorsichtshalber Gebäude geräumt. Mehr als 400 Menschen seien obdachlos, erklärte der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Edoardo Rixi. Ihm zufolge wird der Einsturz weitreichende Konsequenzen haben, da die Brücke komplett abgerissen werden müsse. Das werde „schwerwiegende Auswirkungen“ auf den Verkehr haben und so Probleme für Bürger und Unternehmen bringen. (dpa)

Viele Tote (Update)
(0)

Autobahnbrücke bei Genua stürzt ein

Bei Genua ist eine vierspurige Autobahnbrücke eingestürzt. Italiens Verkehrsminister spricht von einer „entsetzlichen Tragödie“. Dutzende Menschen kamen ums Leben. Die Stadt ist auch Ziel vieler Mittelmeer-Kreuzfahrten – Reedereien sehen aber keine Auswirkungen für ihre Reisen. mehr

 
0

Deutschlandtourismus

Overtourism zwingt zum Umdenken

fvw und CMT setzen dieses erfolgreiche Event bereits zum vierten Mal um. Das Leitthema in 2019: NEUE ROLLEN, NEUE MÄRKTE. Als Keynote-Speaker geht Burkhard Kieker (Visit Berlin) mit seinem Vortrag auf stadtverträglichen und nachhaltigen Tourismus ein. Welche Chancen haben die DMOs und welchen Herausforderungen müssen sie sich zukünftig stellen?

 

Zuletzt kommentiert

  1. 1. Verspätungsmisere
    (0)
    Eurowings startet Maßnahmen gegen Flug-Chaos Letzter Kommentar: 14.11.2018 von Andreas Schlehuber
  2. 2. Bundeshaushalt
    (0)
    Tourismusetat wird doch nicht gekürzt Letzter Kommentar: 13.11.2018 von Hannah Dudeck
  3. 3. Großprojekte
    (0)
    Berlins Flughafen-Chef beklagt Überregulierung beim Bauen Letzter Kommentar: 12.11.2018 von Andreas Schulte
  4. 4. Norwegian Jade
    (0)
    Norwegian Cruise Line fährt 2019 nicht mehr ab Hamburg Letzter Kommentar: 12.11.2018 von Andreas W. Schulz
 

Das Archiv der dfv Mediengruppe bietet Ihnen bequemen Zugriff auf alle Ausgaben des fvw Magazins seit 1996. im Print-Archiv suchen

 
Folgen Sie uns:
Top
© 2018 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Über uns FAQ Impressum AGB Datenschutz Kontakt Mediadaten