Israel

Bahnfahrten auf Neubaustrecke nach Jerusalem haken

Israel baut eine Bahnstrecke für eine schnelle Verbindung zwischen Tel Aviv und Jerusalem – und deutsche Unternehmen wirken mit. Doch das Prestigeprojekt bereitet auch nach der Eröffnung noch massive Probleme.

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06.11.2018, 08:23 Uhr

Leise fährt der Zug durch die hügelige Landschaft zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Am Streckenrand sieht man immer wieder Baustellen. Arbeiter in orangenen Warnwesten stehen im Niemandsland zwischen Geröll und Sträuchern. Schließlich bleibt der Zug in einem Tunnel stehen. Ein technisches Problem, gleich geht es weiter – so die Durchsage des Zugführers. Mit 20-minütiger Verspätung fährt der Zug im neuen Bahnhof Izchak Navon in Jerusalem ein.

Fast 17 Jahre lang hat die israelische Bahngesellschaft an der Strecke gebaut, die Tel Aviv mit Jerusalem verbinden soll. Auch deutsche Firmen waren beteiligt. Die Strecke soll kurze Fahrten zwischen den beiden größten Städten und dem internationalen Flughafen Ben Gurion bieten – und helfen, massive Staus in den Ballungszentren aufzulösen. Doch selbst nach der Eröffnung einer Teilstrecke im September hakt es im Betrieb.

Mit zehnjähriger Verspätung fährt der Zug nun zumindest vom Flughafen nach Jerusalem. Doch wer nach Tel Aviv will, muss am Airport vorerst in die herkömmlichen Züge umsteigen. Fast täglich gibt es Probleme. Einige Züge blieben mehrere Stunden in Tunneln stecken, es gab technische Defekte, Verspätungen, Ausfälle.

Laut der israelischen Bahngesellschaft handelt es sich dabei „um kleinere mechanische Probleme“. „Die ersten zwei Wochen nach der Eröffnung liefen reibungslos, gerade hatten wir ein paar harte Tage“, sagt ein Sprecher.

Die Opposition bezeichnete das Projekt allerdings bereits als gescheitert. Der Abgeordnete Eitan Kabel von der Arbeitspartei sagte der Nachrichten-Website Globes: „Das Projekt ist einer der größten Misserfolge der letzten Jahre.“

 
 
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