Bulgarien

Plowdiw macht sich fein als Kulturhauptstadt 2019

Bühne frei für eine der ältesten Städte des Kontinents: Plowdiw. Hier trifft man Lokalpatrioten, Musiker und Künstler an jeder Straßenecke. Mancherorts liegt die Kunst unter der Straße. Die zweitgrößte bulgarische Metropole wird 2019 Kulturhauptstadt Europas.

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22.11.2018, 08:33 Uhr
An mehreren Ecken der zweitgrößten Metropole Bulgariens findet sich das Motto der Kulturhauptstadt 2019 bereits: „Plovdiv together 2019“.
Foto: imago/ecomedia/robert fishman

Wenn im nächsten Frühling die Bäume wieder grünen, wird sich endlich wieder dichtes Blattwerk vor die maroden Betonkästen legen und die Tristesse verdecken, die im Winter aus den Fenstern gähnt. Plowdiw im Süden Bulgariens unterscheidet sich an seinen Rändern wenig von anderen sozialistischen Einheitsstädten – Wohnsilos, Paradestraßen, Monumentalplastik. Im Inneren erweist es sich als eine der ältesten Städte Europas, älter als Athen und Rom. Einst gehörte Plowdiw zum Thrakerreich an den Ufern des Flusses Mariza. 2019 wird es, neben Matera, eine der zwei Kulturhauptstädte Europas sein.

Dafür hat sich Kapana, das alte Handwerkerviertel im Herzen der Stadt, ganz besonders in Schale geworfen: Seine grauen Fassaden schminkt Graffitikünstler Stern mit salonfähiger Street Art, freundlich fauchenden Krokodilen und anderen neckischen Monstern. Eine warme Herbstsonne blinzelt durch dürre Äste, taucht die bröckelnden Wände nachsichtig in sanftes Licht.

Mittendrin hockt Temenuzhka mit ihren Freunden vor ihrem Laden. „Ich hoffe, dass die Kulturhauptstadt uns viele Kunden bringt“, sagt sie und blickt auf den Zierrat in ihrem Schaufenster. Aus gerollten und geleimten Prospektstreifen gestaltet sie Katzen, Schmuck und Lampenschirme, ökologisch nachhaltigen Nippes. Bis vor wenigen Jahren war das historische Quartier Kapana aufgegeben, dann möbelte die Kommune es auf, als Bindeglied zwischen Altstadt und zentraler Einkaufszone. In den Erdgeschossen hat sich seitdem eine bunte Vielfalt kleiner Gewerbe angesiedelt.

Einen kleinen Spaziergang weiter in Richtung Innenstadt steht Kristofer Kem in einer der längsten Fußgängerzonen Europas. Schwarzes Sakko, rote Schleife, wilde Mähne. Der Mann spielt ein selbst arrangiertes Capriccio auf seiner Geige, dahinter steht in großen bunten Buchstaben: „Plovdiv together 2019“, das Motto der künftigen Kulturhauptstadt Europas. Die bezaubernd schräge Melodie mischt sich mit dem Rauschen einer 50 Meter langen Wasserkaskade, die extra für das große Ereignis angelegt wurde. Dabei steht Kristofer auf historischem Grund.

 
 
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