Thomas Cook

Verlust fast halbiert

22.09.2004, 00:00 Uhr

Thomas Cook hat in Frankfurt eine positive Zwischenbilanz der Sanierung gezogen. "Unsere operativen Verluste haben wir in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bereits fast halbiert", sagte Vorstandschef Wolfgang Beeser, der zum Jahresbeginn als Sanierer des angeschlagenen Reisekonzerns zurückgeholt wurde. Zu der Aufwärtsentwicklung haben Beeser zufolge sowohl die Kostenkürzungen als auch der verbesserte Umsatz beigetragen. In den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres (1. November 2003 bis 31. Juli 2004) stieg der Umsatz um 2,5 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro. Die Zahl der Teilnehmer nahm konzernweit um 1,2 Prozent auf 7,1 Mill. zu. In Belgien und den Niederlanden sank die Teilnehmerzahl um 0,5, in Großbritannien um 2,7 Prozent. Im Absatzmarkt Deutschland nahm die Zahl der abgereisten Gäste um fünf Prozent zu. Allerdings war der Umsatz in den ersten drei Quartalen in Deutschland sogar rückläufig, und zwar um 0,8 Prozent. Dieser Wert wäre nach Angaben von Thomas Cook bei Anwendung der vergleichbaren Berechnungsmethoden wie im Vorjahr allerdings positiv gewesen. Denn Thomas Cook bewertet den Umsatz von Gästen, die zum Stichtag abgereist, aber noch nicht aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, nur noch mit der Hälfte. Außerdem reflektiert dieser Wert für den Veranstalter-Markt und die Airline zum einen die Preissenkungen insbesondere der Hauptmarke Neckermann, und zum anderen die Kapazitätskürzungen der Condor. Bei den Kosten wurden die Sparziele nach Angaben Beesers im Wesentlichen erreicht. Das Ziel, in Deutschland bis Jahresende zehn Prozent der Stellen abzubauen, sei zu 90 Prozent umgesetzt. Alle Sachkosten seien verringert worden. Im Veranstalter-Bereich in Deutschland sei das Sparziel von 50 Mill. Euro umgesetzt worden. Bei der Condor seien die Hälfte der Einsparungen gesichert. Insgesamt sollen in Deutschland 150 Mill. Euro eingespart werden. Allerdings dauern die Verhandlungen mit der Pilotengewerkschaft VC noch an. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Firmenwerte verbesserte sich in den neun Monaten um 110 Mill. Euro oder 47,5 Prozent. Nach den ersten drei Quartalen ergibt sich ein Minus von 121,4 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich wegen Abschreibungen auf Firmenwerte, insbesondere wegen der schwierigen Sitatuation von Thomas Cook Voyages Frankreich, nur um 19,2 Prozent und beträgt minus 286,7 Mill. Euro. Da das vierte Quartal mit den Monaten August, September und Oktober saisonal bedingt gute Ergebnisse bringt, rechnet Thomas Cook damit, dass auf operativer Ebene (Ebita) in diesem Geschäftsjahr ein Ergebnis „nahe null“ erreicht werden kann. Auch das Vorsteuerergebnis (EBT) werde sich deutlich erhöhen, aber wegen der zu zahlenden Zinsen und der hohen Abschreibungen auf Firmenwerte negativ ausfallen. Nachdem sich der neue Vorstand in den ersten Monaten darauf konzentriert habe, "das Überleben der Thomas Cook AG zu sichern", so Beeser, gehe es nun darum, das Kerngeschäft profitabler zu gestalten, um auf Dauer schwarze Zahlen zu schreiben. Der zweitgrößte europäische Reisekonzern hat nach Meinung von Beeser "eine gute Chance, schon im nächsten Jahr wieder einen Gewinn auszuweisen".

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