Protest gegen Easyjet-Pläne des Flughafens Hannover

28.06.2004, 00:00 Uhr

„Das Einzugsgebiet Hannover ist zu klein, um noch mehr Billigfluganbietern ein ausreichendes Aufkommen zu ermöglichen“, sagt ein Sprecher der TUI-Billigtochter HLX. Das Airline-Management ist verärgert über die Verhandlungen von Flughafenchef Raoul Hille mit Easyjet. Neben HLX fliegen bereits Air Berlin und Gexx ab Hannover. Doch Hille muss mehr Verkehr auf den Flughafen bringen, denn die Kapazitäten sind bei weitem nicht ausgelastet, und die Bilanz weist Verluste aus. „Wir sprechen auch mit den Fluggesellschaften, die Hannover bereits bedienen“, argumentiert Hille. Er wolle keine Luftschlösser bauen und erwarte keine illusorischen Wachstumsraten. Doch könne man die Kapazitäten sukzessive ausbauen. Auf die Reaktion von HLX auf die „ernsthaften Verhandlungen mit Easyjet“ entgegnet Hille: „HLX hat versprochen, vier Jets in Hannover zu stationieren, aber es operieren bis heute nur zwei von hier.“ Einer von Hilles Vorgängern hat bereits einmal mit Ryanair gedroht, um die TUI-Tochter zum Engagement in Hannover zu bewegen. Darauf ging HLX ein. Nun droht HLX, ihre Flugzeuge abzuziehen. Auch Germania Express (Gexx) hält sich die Option offen, Hannover aus dem Flugplan zu nehmen. Geschäftsführer Jürgen Branse: „Der Flughafen Hannover verhält sich sehr unprofessionell gegenüber seinen bestehenden Kunden.“ Der Flughafen Hannover ist mit rund fünf Millionen Passagieren jährlich nur zur Hälfte ausgelastet. Da es keine Nachtflugbeschränkung gibt und Flughäfen wie Hamburg und Düsseldorf viel schneller an ihre Wachstumsgrenzen stoßen werden, geht Hille davon aus, dass Hannover langfristig gute Chancen hat.

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