Frenzel

Übernahmegefahr abgeschwächt

07.09.2004, 00:00 Uhr

TUI-Chef Michael Frenzel sieht die Gefahr einer Übernahme des Touristikkonzerns nicht mehr in dem Maße wie noch vor vier bis sechs Wochen. Denn durch den Verbleib im Aktienindex DAX und die guten Ergebniszahlen ist der Kurs in den vergangenen Wochen gestiegen. "Die Hürde ist erheblich höher geworden", sagte Frenzel in Hamburg. Es sei ein großer Unterschied ob der Kurs, wie heute, in der Größenordnung von 15 Euro liege oder - wie bei einem DAX-Abstieg möglich gewesen wäre - auf ein Niveau von zehn Euro sinke. Zu den aktuellen Spekulationen, wonach Frenzel der TUI nahe stehende touristische Partner wie zum Beispiel die spanische Hotelkette Riu als Gesellschafter gewinnen will, äußerte er sich nicht. Auf jeden Fall sei er aber überzeugt, dass die West LB im Interesse der TUI handele und ihre Anteile von 31 Prozent in "verantwortungsvolle Hände" lege. Die TUI sei in den Verkaufsprozess "fair einbezogen". Die West LB hatte kürzlich erklärt, dass sie sich noch im Laufe dieses Jahres von ihren Anteilen trennen will. Mit der Absage des Börsengangs der Hapag-Lloyd AG hat der Konzernumbau der TUI erst einmal einen Abschluss gefunden. Frenzel betonte heute in Hamburg, dass für die Absage des Börsengangs allein das ungünstige Umfeld an den Finanzmärkten entscheidend sei. Es hätte die Gefahr bestanden, dass die Aktie nur mit Wertabschlägen im Markt hätte platziert werden können und die TUI nicht den "fairen Wert" für ihre Anteile erhalten hätte. Die TUI werde die ertragsstarke Hamburger Schifffahrtstochter nun voll im Konzern behalten und dort strategisch weiterentwickeln. Auch einen Verkauf entweder von Anteilen oder des gesamten Unternehmens an Investoren schloss Frenzel aus. Die TUI wollte die Einnahmen aus dem Börsengang ursprünglich zum Abbau ihrer Verschuldung einsetzen. Aber auch ohne diese Einnahmen werde die TUI ihr Ziel erreichen, die Verschuldung bis Ende 2005 auf unter zwei Milliarden Euro zu drücken, sagte Finanzvorstand Rainer Feuerhake. Gründe hierfür seien vor allem die erfolgreichen Firmenverkäufe und die verbesserte operative Entwicklung. Im Touristikgeschäft hält nach Angaben von Frenzel die Aufwärtsentwicklung an. Der Herbst, für den die TUI Deutschland bereits Zusatzkapazitäten orderte, liege deutlich über Vorjahr. Auch die "Preisqualität" sei weiter gut.

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