Deutsche Bahn verpflichtet sich zur Kundenentschädigung

14.09.2004, 00:00 Uhr

Die Deutsche Bahn stellt Fahrgästen, deren Zug mindestens eine Stunde zu spät am Ziel ankommt, einen Gutschein in Höhe von 20 Prozent des Fahrpreises aus. Diese rechtsverbindliche Regelung, die DB-Vorstand Personenverkehr Karl-Friedrich Rausch heute verkündete, gilt nur für Fernverkehrszüge. Der Fahrgastverband Pro Bahn reagierte mit Kritik: Die Regelung bleibe hinter der Kulanzregelung zurück, die die Bahn bisher hatte. Außerdem erhielten die Fahrgäste im Zug oder innerhalb der nächsten zwei Tage am Bahnhof eine Gutscheinkarte. Die wiederum muss der Fahrgast innerhalb eines Monats vorlegen, um einen Gutschein zu bekommen oder beim Kauf eines neuen Fahrscheins den Preis zu mindern. Dieses Verfahren sei abschreckend kompliziert, kritisiert der Verband. Inhaber der Bahn-Card 100 erhalten je nach Klasse einen Pauschalbetrag zurück. Reisende im ICE-Sprinter bekommen zusätzlich den Sprinter-Aufschlag erstattet. Rausch hob hervor, dass Kunden diesen Anspruch notfalls einklagen könnten. Im Luftverkehr greife die EU-Entschädigungsregelung erst bei zwei Stunden Verspätung. Die dort erstatteten Beiträge seien zwar höher, aber da der Luftverkehr steuerlich besser gestellt sei, sehe die Bahn nicht ein, warum sie so hohe Entschädigungen einräumen sollte.

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