Alitalia

Einigung nach der letzten Minute

20.09.2004, 00:00 Uhr

Das Ultimatum war am Mittwoch vergangener Woche ausgelaufen, doch die Einigung mit den Gewerkschaften der Kabinenmitarbeiter bei Alitalia ließ bis zum Samstag auf sich warten - eine Einigung nach der letzten Minute. Das Alitalia-Management machte einige Zugeständnisse. Jetzt wird es Gespräche mit Regierungsvertretern über einen 400-Mill.-Euro-Überbrückungskredit geben. Der Airline-Konzern benötigt sofort Liquidität. Anschließend muss Vorstandschef Giancarlo Cimoli die nächsten Herkules-Aufgaben bewältigen: Einerseits soll der Rettungsplan mit dem Abbau von 3700 Mitarbeitern und der Trennung von Flug- und Nichtfluggeschäft umgesetzt werden. Andererseits muss Alitalia refinanziert werden. Für den Schuldenabbau und frisches Eigenkapital sind rund zwei Milliarden Euro notwendig. Da die Regierung im Zuge der Sanierung ihre Beteiligung von 62 auf unter 50 Prozent herunterfahren soll, stellt sich die Frage, wer in das Unternehmen investiert. Ursprünglich hatte Cimoli die Streichung von insgesamt 5000 der knapp 22.000 Jobs im Konzern gefordert. Die Einigung bleibt mit 3700 dahinter zurück. Die Mitarbeiter in Cockpit und Kabine werden 20 Prozent weniger verdienen. Zudem haben sie sich bereit erklärt, mehr zu arbeiten. Dafür ist aber beispielsweise auch ein geringerer Krankenstand notwendig. Während er bei Airlines in Europa bei zwei Prozent pendelt, lag er zuletzt bei Alitalia über zehn Prozent. Cimoli hat also durch die Einigung mit den Gewerkschaften nur ein Etappenziel erreicht. Es liegt noch viel Arbeit vor ihm, bevor er sagen kann: "Gerettet."

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