Alitalia

Das Geld wird knapp

31.08.2004, 00:00 Uhr

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia hat in den ersten sechs Monaten 2004 nach Presseberichten 330 Mill. Euro Verlust eingeflogen. Damit spitzt sich die Situation zu. Die Liquidität wird knapp. Vorstandschef Giancarlo Cimoli hat den Gewerkschaften ein Ultimatum gestellt: Wenn sie in den nächsten Tagen nicht dem Restrukturierungsplan zustimmen, könnte Alitalia Mitte September gezwungen sein, vorläufig den Flugbetrieb einzustellen. In der jüngsten Vorstandssitzung hatte Cimoli noch Positives und Negatives gemischt. Er führte eine Liste von fünf dramatischen Entwicklungen auf: In den ersten fünf Monaten 2004 verlor Alitalia elf Prozent ihrer Inlands- passagiere, wodurch der Marktanteil auf 45 Prozent fiel. Zudem sank der Yield für Europa- und Interkontinental-Tickets um 2,5 Prozent. Das Resultat: Im Juli und August blieben die Erlöse unter Plan. Cimoli zeichnete aber auch ein positives Bild der Wachstumsaussichten, sollte die Restrukturierung gelingen und die Regierung den 400-Mill.-Euro-Überbrückungskredit zahlen. Im Einkauf könne Alitalia in den Jahren 2005 und 2006 jeweils 100 Mill. Euro sparen. Eine höhere Produktivität würde das Ergebnis um 320 Mill. Euro verbessern. Selbst neue Strecken stellte Cimoli in Aussicht. Für 2005 sind demnach 16 neue Routen geplant. Bis 2008 werde das Kapazitätsangebot um 28 Prozent wachsen können. Ob die Gewerkschaften sich von diesen Aussichten ködern lassen, ist fraglich. Für sie steht der massive Personalabbau von bis zu 6000 der 22.000 Mitarbeiter im Vordergrund.

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