Zweiter Streiktag bei Lufthansa

An den Hubs ist es ruhiger

Wieder bleiben viele Maschinen der Kranich-Airline wegen des Piloten-Streiks am Boden. An den Flughäfen ist es ruhig, der Ton zwischen der Vereinigung Cockpit und der Lufthansa bleibt indes rau.

Mit zahlreichen Flugausfällen geht der Streik der Piloten bei der Lufthansa am heutigen Donnerstag weiter. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin in Frankfurt sollen insgesamt 912 Verbindungen ausfallen. Besonders betroffen: die großen Drehkreuze Frankfurt und München.

„Die Lage in den Terminals ist ruhig“, heißt es von der Lufthansa. Der Streik-Flugplan werde wie geplant abgearbeitet. Viele Fluggäste seien vorab informiert worden oder hätten sich selbst schlau gemacht. Der Konzern erklärt, es seien mehr als 150.000 Mails oder SMS mit Fluginfos versendet worden.

In München heben am heutigen Donnerstag nur wenige Lufthansa-Maschinen ab – unter anderem nach Hongkong, Lissabon, Turin und Dresden. In Frankfurt zeigt sich ein ähnliches Bild. Es geht dort deutlich ruhiger zu als an normalen Tagen, lange Menschenschlangen gibt es nicht. Auf den Abflugtafeln prangt oft die Anzeige „Annulliert“ – für Flüge von Birmingham bis Wien. An die wenigen gestrandeten Passagiere werden Snacks, Wasser und Saft verteilt.

Und morgen wird es nicht besser. Für Freitag sind Verbindungen auf der Kurzstrecke, die aus Deutschland starten, vom Streik betroffen. Die Lufthansa rechnet damit, am Freitag zumindest wieder alle Langstreckenflüge durchführen zu können.

Ein Ende des bis Anfang 2014 zurückreichenden Tarifkonflikts zwischen Europas größtem Luftverkehrskonzern und der Piloten-Gewerkschaft VC ist weiter nicht absehbar. Es ist aktuell bereits der 14. Ausstand.

Die VC verteidigt das eigene Vorgehen damit, dass das Lufthansa-Management weiterhin keinerlei Bewegung zeige und kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt habe. Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister entgegnete am Donnerstagmorgen am Frankfurter Flughafen, die VC-Forderung nach einer Vergütungserhöhung von über 20 Prozent sei „völlig überzogen“.

Er hoffe auf eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch und würde auch eine Schlichtung begrüßen, sagte Hohmeister. Er entschuldigte sich bei den Passagieren, jeder Streiktag verursache rund zehn Millionen Euro Verlust für die Lufthansa. (dpa)

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